Laura Bilgeri über ihre  neue Single „Arcade“

Sucht- Potenzial

Laura Bilgeri über ihre neue Single „Arcade“

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Weltenbummlerin Laura Bilgeri liefert einen neuen Sommerhit. Der MADONNA-Talk über ihr Leben zwischen Los Angeles und dem Montafon, das harte Leben in Hollywood und Heimatliebe.   

Dass sie sich mit nur 19 Jahren ganz allein nach Los Angeles aufmachte, ist inzwischen quasi ein „alter Hut“ – heute ist Laura Bilgeri (27) vor allem dafür zu bewundern, dass sie inzwischen die Hauptrolle neben Wesley Snipes in „The Recall“ sowie die Zusammenarbeit u.a. mit Ridley Scott, Claudia Cardinale und William Moseley für Netflix- und Warner-Bros-Produktionen verbuchen kann.

Aber auch in Europa ist die Tochter von Austropop-Legende Reinhold Bilgeri (73) und Beatrice Bilgeri (62) regelmäßig in Film und Fernsehen zu sehen. Den Traum von der Schauspiel-Karriere quasi in der Tasche, hat sich die 27-jährige Single-Lady nun einen weiteren Traum erfüllt: Im Oktober bringt Laura Bilgeri ihr erstes Musikalbum mit selbst geschriebenen Songs heraus. Diese Woche erschien die Single-Auskopplung „Arcade“, die so viel Sommerlaune macht wie ein Talk mit Laura.

Laura, nach so vielen Jahren touren Sie durch Österreich – was führt Sie durch die Heimat?
Laura Bilgeri:
Diesmal die Musik – ich stelle im Rahmen eines Roadtrips meinen neuen Song vor. Und das macht wahnsinnig viel Spaß. Zudem bin ich heuer bei der „Starnacht am Wörthersee“ dabei, was ich richtig cool finde.

Sie haben sich sonst ja beruflich in L.A. etabliert – wäre es nicht wichtiger, den Song dort zu präsentieren?
Bilgeri:
Österreich ist und bleibt meine Heimat – und hier hat es sich auch ergeben, dass mich der Vorarlberger Produzent Lucas Bitschnau bei einem Jazzfest angesprochen hat, dass er eine Singer- Songwriterin für Tracks, die er hat, sucht. Ich wollte das zwar immer schon mal machen, aber ich hatte ja noch nie Songs geschrieben. Also habe ich es probiert – und es hat mich so inspiriert, dass wir siebeneinhalb Monate in einem kleinen Studio im Montafon Songs aufgenommen und jetzt ein ganzes Album fertig haben.

Ihr Vater ist ein Vollprofi auf diesem Gebiet. Stand er Ihnen mit Rat zur Seite?
Bilgeri:
Nein, gar nicht. Wir sind eine sehr harmonische Familie, aber wenn es um das Berufliche geht, macht jeder sein eigenes Ding. Natürlich wurde ich von klein auf durch meine Familie künstlerisch und musikalisch inspiriert. Aber jetzt mache ich ganz mein eigenes Ding – und mein Vater macht seines. Derzeit schreibt er wieder an einem Roman und ist in seiner Welt. Ich habe ihm die Songs tatsächlich erst vor Kurzem zum ersten Mal vorgespielt. Und sie haben ihm sehr gefallen.

Powerfamily. Laura mit ihren Eltern, Austropop-Legende Reinhold Bilgeri und Schauspielerin Beatrice Bilgeri.    

Powerfamily. Laura mit ihren Eltern, Austropop-Legende Reinhold Bilgeri und Schauspielerin Beatrice Bilgeri.    

© Fellner
× Powerfamily. Laura mit ihren Eltern, Austropop-Legende Reinhold Bilgeri und Schauspielerin Beatrice Bilgeri.    

Wäre er diesbezüglich auch ehrlich, wenn ihm etwas nicht gefällt?
Bilgeri:
Ja, ich kenne ihn und weiß, dass er sehr ehrlich ist. Umso schöner ist es auch für mich, dass ich auch an seiner Reaktion gesehen habe, dass es ihm gefällt. Das macht mich schon stolz, schließlich ist er eine Legende auf diesem Gebiet.

Werden Sie nun auch mehr in Richtung Musik gehen oder bleiben Sie der Schauspielerei trotzdem treu?
Bilgeri:
Auf jeden Fall bleibe ich ihr treu – die Schauspielerei war meine erste große Liebe und das wird sie bleiben. Aber ich wollte eben auch mal versuchen, Songs zu schreiben – und ich bin glücklich, dass es so toll geklappt hat.

Das Business in Hollywood ist schwieriger denn je – wie schlagen Sie sich da finanziell durch, wenn zwischendurch Sendepause ist wie in der Pandemie?
Bilgeri:
Es ist wirklich nicht einfach. Nach Corona kamen die Drehbuchautorenstreiks, die seit Monaten andauern und zwar durchaus verständlich, aber für uns Schauspieler:innen natürlich eine Katastrophe sind. Der Vorteil ist, dass die Castings seit der Pandemie digital stattfinden können und ich somit nicht durchgehend in den USA sein muss. Deshalb konnte ich jetzt auch so lange hier sein und mich auf das Album konzentrieren.

Aber lässt sich das Leben durch die unregelmäßigen Aufträge finanzieren?
Bilgeri:
Mein großes Glück ist, dass die Commercial-, also Werbe-Szene in L.A. sehr, sehr groß ist und dass ich da viele Aufträge bekomme. Was viele nicht wissen, ist, dass ich auch sehr oft Voice-Over für Werbung – in den USA und auch hier – mache.

Arcade heißt die soeben erschienene Singleauskopplung von Laura Bilgeri. Im Oktober kommt das Album.   

Arcade heißt die soeben erschienene Singleauskopplung von Laura Bilgeri. Im Oktober kommt das Album.   

© Lee Bueki
× Arcade heißt die soeben erschienene Singleauskopplung von Laura Bilgeri. Im Oktober kommt das Album.   

Warum war es der richtige Schritt, nach Amerika zu gehen?
Bilgeri:
Ich habe mit 18 beschlossen, es zu versuchen, denn wenn du dort etwas machst, dann ist es meist gleich eine ziemlich große Sache. Der Weg dorthin ist natürlich hart. Das Schöne ist, dass ich eine gesunde Balance zwischen dem Leben dort und meinen österreichischen Wurzeln lebe. Österreich ist und bleibt meine Heimat – und wirklich eine Insel im Vergleich zu den USA.

Zurück zu Ihrer Single – was bedeutet „Arcade“, was soll der Song vermitteln?
Bilgeri:
Das Video spielt ja auf dem Rummelplatz in Santa Monica und es geht um den Rummelplatz des Lebens, den man auch genießen soll. „Arcade“ heißt zwar auch Spielhöhle, die ja Suchtpotenzial haben kann. Aber ich meine im positiven Sinne, dass man im Jetzt leben und sich auch einfach mal nichts pfeifen soll.

Sie nennen sich selbst eine Weltenbummlerin – mit wem bummeln Sie durch die Welt?
Bilgeri:
Ich war immer schon eine ziemliche Einzelkämpferin – vielleicht auch, weil ich ein Einzelkind bin. Ich bin also gerne allein, aber ich bin nie einsam.   

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