'Als Dicke war ich unsichtbar'

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'Als Dicke war ich unsichtbar'

Schlank und schön wie ein Top-Model, in einem Brautkleid Größe 32, schritt Nathalie von Bismarck (57 Kilo bei 1,80 Meter) im September 2004 mit Carl-Eduard 'Calle' von Bismarck vor den Traualtar. „Wenige Monate danach“, so Bismarck (40), „war ich schwanger und nahm in neun Monaten 60 Kilo zu, bis ich mit 110 Kilo im Rollstuhl in den Kreissaal geschoben wurde.“  

Statussymbol Taille
Die stolze Society-Lady wurde zum Spott der gehobenen Gesellschaft, verhöhnt, gedemütigt und nicht mehr beachtet. Bis sie – sowohl nach ihrer ersten als auch ihrer zweiten Schwangerschaft – je 60 Kilo abspeckte. Und da Adel bekanntlich verpflichtet, schreibt die Gräfin in ihrem Buch 'Unsichtbar' mit viel Humor über ihre schwerste Zeit und will betroffenen Frauen Mut machen. Im MADONNA erzählt Bismarck, wie das Übergewicht ihr Leben, ihre Ehe und sie selbst veränderte.

Wie viel Kilo wiegen Sie im Moment? Sind Sie mit Ihrem Körper zufrieden?
Nathalie von Bismarck:
Ich wiege derzeit 58 Kilo (Anm.: bei einer Größe von 1,80 Meter). Das ist mein absolutes Wohlfühlgewicht.

Sie haben bereits zweimal nach Ihren Schwangerschaften das Doppelte gewogen und das gesamte Gewicht wieder verloren. Warum haben Sie sich entschieden, ein Buch darüber zu schreiben?
Bismarck:
Ich habe am Anfang Notizen gemacht von den schrecklichen Dingen, die ich erlebt habe, dann dachte ich mir, es gibt so viele Frauen, denen dasselbe passiert. Ich will diesen Frauen zeigen, dass es Licht am Ende des Tunnels gibt, dass man sein Leben wieder haben kann.

Warum heißt Ihr Buch 'Unsichtbar'?
Bismarck:
Je breiter ich wurde, desto unsichtbar wurde ich für die Öffentlichkeit, für Bekannte, für die Familie. Wenn sich Menschen in ihrer täglichen Routine nicht wohlfühlen, tendieren sie dazu, etwas zu ignorieren. Als ich noch schlank war, oder jetzt, wo ich wieder schlank bin, drehen sich die Leute, meist Männer, aber auch Frauen, auf der Straße nach mir um, schenken mir Aufmerksamkeit. Aber als ich dicker und dicker wurde, wurde ich ignoriert. Ich hatte das Gefühl, ich existiere nicht mehr. Und als ich richtig dick war, begannen die Menschen in meiner Anwesenheit schlecht über mich zu sprechen, zum Beispiel die Stewardessen im Flugzeug. Sie haben den Fakt vertauscht, dass ich ein physischer und nicht ein mentaler Krüppel war.

Ein Krüppel?
Bismarck:
Ich passte kaum in den Rollstuhl. Mein Körpergewicht zermalmte beinahe meine Knie. Ich hatte Schmerzen, vor allem bei diesen weiten Strecken auf Flughäfen, ich durfte aber keine Tabletten nehmen. Mein Mann musste mich schieben. Ach, es war entwürdigend. Ich war so schwer, dass ich sogar den Toilettensitz zerbrach, das war der negative mentale Höhepunkt, da konnte ich fast nicht mehr. Nach neun Monaten Schwangerschaft hat mein Körper nicht mehr funktioniert.

Was war der Grund für die rapide Gewichtszunahme während der Schwangerschaften?
Bismarck:
Ich habe nicht einmal viel gegessen während der Schwangerschaft. Mein Arzt sagte, er hätte keine Erklärung. Er sagte, so etwas hat er noch nie erlebt – ich bin ein außergewöhnlicher Fall.

Wie ist Ihr Mann mit der Situation umgegangen?
Bismarck:
Ohne ihn glorifizieren zu wollen: Er war immer für mich da. Man muss auch differenzieren, ich war ja keine fette Frau, sondern ich war schwanger, so wussten wir beide, es ist zeitlich begrenzt. Unsere persönliche Beziehung blieb gleich, aber unser Sexleben war nicht mehr existent.

Wie hat die Gewichtszunahme Sie verändert?
Bismarck:
Mein Hals – oder vielmehr: mein Dreifachkinn – bestand aus Fettwülsten, die an einen Shar-Pei (Anmerkung: Hunderasse) erinnerten. Meine Nase war aufgebläht wie eine Wasserbombe. Sie hatte sich in meinem Gesicht so breit gemacht, dass meine Augen – das Einzige, was an mir noch schön war – kaum noch zu sehen waren. Ich habe es mit Humor genommen. Heute denke ich, dass es gut war, das alles zu erleben, weil es mir die Augen geöffnet hat.

Wie haben Sie es geschafft, knapp 60 Kilo in acht Monaten abzunehmen?
Bismarck:
Ich habe Kohlenhydrate und frittiertes Essen gestrichen. Ich habe aufgehört, mich zu hetzen, habe jeden Tag um dieselbe Zeit gegessen. Du darfst nicht schummeln, denn du schadest dir am Schluss nur selbst. Es gibt ja wunderbare Sachen, die man immer essen kann. Die Essensumstellung ist ein Lifestyle. Natürlich gönne ich mir nun ab und zu Schokolade oder Ungesundes. Ich mag auch den Begriff Diät nicht, sondern verwende Lifestyle. Ich habe in meinem Buch auch viele Rezepte aufgeschrieben, die zu diesem Lebensstil passen.

Hatten Sie Hilfe?
Bismarck:
Nein, ich habe es ganz allein gemacht. Man muss selbst erspüren, was seinem Körper guttut.

Welche Botschaft möchten Sie vermitteln?
Bismarck:
Ich will Frauen zeigen, dass man es ganz allein auf einem gesunden Weg schaffen kann – ohne Plastische Chirurgie.

Wünschen Sie sich noch ein drittes Baby?
Bismarck:
(lacht) Ich hätte gerne noch eines, aber mein Körper kann mit Schwangerschaften nicht gut umgehen und braucht nun mal Pause.

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