Wunderkind auf Mozarts Spuren

Jahrhunderttalent

Wunderkind auf Mozarts Spuren

Als Emily Bear (9) ihren eben ersten komponierten Wiener Walzer vorspielt, dreht sie sich schüchtern – während ihre Hände über die Tasten fliegen – nach mir um, um meine Reaktionen zu prüfen. Schließlich komme ich aus dem Heimatland ihres Idols – Mozart – der Hauptstadt der Musik. Nur gut, dass sie nicht weiß, dass ich nicht den Funken einer Ahnung habe, was sie da tut. Vor Bewunderung steht mir einfach nur der Mund offen (und ich frage mich, was ich mit neun so getan habe).

Talent

„Seit Emily zwei ist“, sagt Mutter Andrea, „spielt sie Klavier, als wäre es das Natürlichste auf der Welt. Kompositionen – mittlerweile für Orchester – sprudeln einfach aus ihr heraus. Dann unterbricht sie das Spielen, rennt ans Klavier und fängt an zu komponieren.“ George Bush, Dalai Lama oder Jamie Lee Curtis zählen bereits zu ihrer Fangemeinde, seit dieser Woche auch die Wiener Society, die Emily bei ihrem Auftritt bei der B2B Gala (s. S. 80/81) begeisterte. MADONNA interviewte das Wunderkind, das mit Mozart verglichen wird.

Seit du zwei Jahre bist, spielst du Klavier. Kannst du dich überhaupt daran erinnern, wie du begonnen hast?
Emily Bear:
Ich kann mich nicht daran erinnern, je nicht Klavier gespielt zu haben – es ist so normal für mich.

Wie viele Stunden am Tag sitzt du am Klavier?
Emily
: Meist zwei Stunden, wenn Auftritte sind und keine Zeit nur 15 Minuten, dann wieder bis zu sechs Stunden.

Wird das nie langweilig?
Emily:
(schüttelt energisch den Kopf) Nie!

Bleibt bei den vielen Auftritten Zeit für die Schule?
Emily:
Ja, ich besuche eine normale öffentliche Schule. Aber ich darf oft früher gehen oder manchmal eine Woche aussetzen, wenn ich in New York bin, wo ich an einer Musikschule studiere.

Du giltst als Wunderkind. Wie siehst du dich selbst?
Emily:
Ich bin ein normales Mädchen, das Musik macht.

Wissen deine Freunde, wie talentiert du bist?
Emily:
Ja, sie wissen das alles, aber ich spreche nicht gerne darüber. In der Schule will ich einfach nur so wie die anderen sein. Und wenn ich Musik mache, dann gibt es nur Musik.

Du spielst für viele Berühmtheiten. Welche Begegnung war für dich am eindrucksvollsten?
Emily:
Als ich klein war, vor etwa zwei Jahren, habe ich Jamie Lee Curtis getroffen. Sie war die inspirierendste Person, die ich kennenlernen durfte. Sie hatte eine pinke Perücke auf, die früher einem krebskranken Mädchen gehörte, das leider gestorben ist.

Wie war George W. Bush?
Emily:
(lacht) Lustig! Sein Akzent klingt echt witzig. Ich habe auch den Dalai Lama kennen gelernt. Ich hatte den Eindruck, dass ihn eine Art Energie umgibt. Er hat mich umarmt und mir einen Schal geschenkt. Nach meinem Konzert hat er dann begonnen, ewig lang in seiner Tasche zu wühlen. Dann hat er ein Stück Schokolade rausgeholt und mir geschenkt.

Was sind deine Träume?
Emily:
Ich will Filmmusik komponieren und träume davon, dass meine Kompositionen aufgeführt werden.
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