Die Nacht ins neue Jahr ...

Kristin Pelzl-Scheruga

Die Nacht ins neue Jahr ...

Ein paar Mal muss ich noch Silvester feiern

So etwas gibt es tatsächlich: Menschen, die Mitte August bereits nervös werden, wenn sie noch nicht ganz genau wissen, mit wem und wo sie am 31. Dezember den Jahresausklang feiern.  
Und ja: So mit 16 war die Nacht ins neue Jahr auch für mich ungeheuer wichtig. Und am wichtigsten war, mit wem man sie verbrachte: Irgendwie bildete man sich ein, dass, wenn es gelänge, den aktuellen Herzbuben von einem Jahr mit ins nächste zu schleppen, „einfach alles gut wäre“. Zumindest bis März oder so...
Und irgendwann kam der Zeitpunkt, wo man wusste: Der Herzbub bleibt fürs Leben. Ob es daran lag? Jedenfalls war mir Silvester plötzlich wurscht. Mehr als das: Allein der Zwang, möglichst bestgelaunt bis (weit nach) Mitternacht auszuhalten, nervt.
Okay, ich könnte auch um zehn ins Bett, ohne dass die Welt untergeht. Ich könnte. Denn eigentlich kann ich nicht: Unser Mädchen (7) ist mittlerweile so alt, dass es Silvester „urvollsuper“ findet. Also rotten wir uns zusammen, die alte Clique mit dem jungen Nachwuchs, und tun den Kindern zuliebe so, als gäbe es nichts Urvollsupereres als Bleigießen und den Donauwalzer.
Grob über den Daumen gerechnet muss ich noch gut sechs Jahre durchtauchen. Dann ist meine Tochter im Herzbuben-Alter, und ich bin mir sicher: Sie will uns am 31. Dezember dann nicht mehr dabei haben.

Kristin Pelzl-Scheruga ist
Gesund-Chefin von MADONNA.