,Der Krebs ist nicht der Boss!'

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,Der Krebs ist nicht der Boss!'

Ich bin berühmt, ich hatte Krebs und lebe, um darüber zu sprechen“, bringt es Fran Drescher – als „Die Nanny“ in der gleichnamigen US-Serie weltbekannt – in gewöhnt humorvoller Manier auf den Punkt. Sie hat gelernt, mit der Krankheit zu leben und engagiert sich seit ihrer zweiten Diagnose (bereits in den 80er Jahren wurden zwei Tumore aus ihrer Brust entfernt, 2000 erlebte der Hollywoodstar ein regelrechtes Gebärmutterkrebsmartyrium) für die Vorsorge. Drescher hat gelernt zu kämpfen. Ihr Fazit: „Der Krebs ist nicht der Boss.“ Ihre leidvollen Erfahrungen hat sie äußerst zuversichtlich im Bestseller „Cancer Schmancer“ beschrieben und das „Cancer Schmancer Movement“ zur Früherkennung gegründet. Auch den von Tanzschulchefin Yvonne Rueff gegründeten Krebshilfeball „Dancer against Cancer“ unterstützt Drescher und wird am 10. April sogar zu Gast in der Hofburg sein. Allein letzte organisatorische Hürden im Terminkalender des US-Stars müssen noch genommen werden.

Stark
Warum die „Nanny“ trotz all‘ der Schicksalsschläge (es klingt makaber, aber auch eine Vergewaltigung im Beisein ihres Ex-Mannes musste sie schon erleiden) ihr Lachen nicht verloren hat und welche Ratschläge sie Frauen aus dem eigenen Erfahrungsschatz unbedingt geben möchte, erklärt sie im exklusiven Talk.

Bereits 1983 wurden Ihnen zwei bösartige Tumor aus der Brust entfernt. Knapp 20 Jahre später wurde Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert...
Fran Drescher:
Ich habe gespürt, dass mit meinem Körper etwas nicht stimmt, aber alle Ärzte haben gesagt, dass ich gesund bin. Aber ich habe auf meinen Körper gehört, und er hatte recht! Zwei Jahre blieb der Gebärmutterhalskrebs unentdeckt. Am Anfang sagten die Ärzte, dass sei der Beginn der Menopause. Dann wurde ich vom Internisten zum Dermatologen geschickt, der festgestellt hat, dass mein Hormonhaushalt im Ungleichgewicht ist und mir einfach nur Pillen verschrieben hat. Als mir später die Krebsdiagnose gestellt wurde, war ich natürlich sauer auf die Mediziner.

Wie war Ihre erste Reaktion?
Drescher:
Ich bin in Tränen ausgebrochen. Plötzlich stand die Welt still. Ich habe zuerst meine Mutter angerufen. Als ich damals vergewaltigt wurde, habe ich erst meine Schwester angerufen, weil ich meinen Eltern diesen Schmerz nicht antun wollte. Aber als ich die Krebsdiagnose bekam, wusste ich, dass ich nicht die Gefühle anderer über meine stellen kann. Meine Mutter war sehr stark. Sie sagte: „Keine Panik! Wir werden es schaffen.“

Fran Drescher und Olivia Newton-John © WireImage.com/Getty
Bild: (c) WireImage.com/Getty
Fran Drescher und Olivia Newton-John kämpfen für Krebsvorsorge.

Sie haben Ihre Erfahrungen im Buch „Cancer Schmancer“ auf humorvolle Art und Weise verarbeitet und eine Organisation zur Krebsfrüherkennung gegründet.
Drescher:
Als Überlebende von Gebärmutterhalskrebs bin ich das beste Beispiel für die Notwendigkeit der Früherkennung. Meine Botschaft ist: Höre genau auf deinen Körper! Ich habe schon viel erlebt, aber der Krebs hat mich wirklich hart getroffen. Doch ich bin eine Kämpferin und habe beschlossen, die Krankheit zu besiegen. Ich liebe das Leben zu sehr und habe gelernt, dass der Krebs nicht der Boss über mein Denken und meine Gefühle sein darf. Auch wenn es natürlich Momente gab, in denen ich Todesangst hatte und dachte, ich werde nie wieder gesund. Doch mein Ziel war immer, gesund zu werden, damit ich die Menschen wieder zum Lachen bringen kann. Die schlimmste Vorstellung war für mich, dass Menschen Mitleid mit mir haben könnten.

Fran Drescher und Bill Clinton bei Life Ball 2009 © EPA
Bild: (c) EPA
„Nanny“ Fran Drescher engagiert sich für Krebsvorsorge und gegen Aids (2009 am Life Ball mit Bill Clinton).

Woher nehmen Sie Ihre Kraft?
Drescher:
Es hat viel Zeit gekostet, wieder vollständig zu genesen. Meine Familie und meine engsten Freunde waren stets bei mir. Ich wurde vergewaltigt, und ich habe den Krebs besiegt. Ich bin eine Frau, die darüber spricht, um anderen Frauen Mut zu machen.

„Dancer against cancer“
Am 10. April: Krebshilfeball

Unter großem Staraufgebot (Katrin Lampe, Alfons Haider u. v. m.) veranstaltet Yvonne Rueff am 10. 4. in der Hofburg den glamourösen Krebshilfeball. Infos auf: www.danceragainstcancer.at

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