Staatstrauer in Argentinien

Südamerika nimmt Abschied von Mercedes Sosa

Südamerika hat sich von der am Sonntag verstorbenen argentinischen Sängerin Mercedes Sosa verabschiedet. In Buenos Aires kamen tausende Menschen in das Parlamentsgebäude, wo der Sarg der Sängerin aufgebahrt war. Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner traf sich am Sarg mit den Angehörigen der Verstorbenen.

Zuvor hatte sie für Argentinien eine Staatstrauer ausgerufen. Bei allen Fußballspielen im Land wurde eine Schweigeminute abgehalten.

In Venezuela sagte Staatschef Hugo Chávez, es sei nur Sosas Körper gegangen, sie selber aber bleibe. Südamerika werde die Sängerin immer im Herzen behalten. Der bolivianische Kulturminister Pablo Groux sagte, Sosa habe immer an der Seite der Armen gestanden. Die kolumbianische Pop-Sängerin Shakira, die mit Sosa mehrere Duette aufgenommen hatte, sagte, Sosa habe "die größte Stimme und das größte Herz für die Leidenden" gehabt. Auch die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet würdigte die Sängerin.

Sosas Leichnam sollte am Montag eingeäschert werden, wie ihre Familie mitteilte. Die Asche soll in ihrer Geburtsstadt Tucumán, ihrer Wahlheimat Mendoza und in Buenos Aires verstreut werden.

Die berühmte Sängerin war am Sonntag im Alter von 74 gestorben. Sosa wurde Mitte September mit Nieren- und Lungenproblemen ins Krankenhaus eingeliefert, am Freitag hatte sich ihr Zustand verschlechtert, sie musste künstlich beatmet werden und lag zuletzt in einem künstlichen Koma.

Mercedes Sosa, in ihrer Heimat "La Negra" genannt, war eine der bekanntesten Sängerinnen Lateinamerikas. Ihre internationale Karriere startete sie Anfang der 70er Jahre; in den vergangenen vier Jahrzehnten brachte sie mehr als 40 Alben heraus, auf denen sie eine neue Stilrichtung der lateinamerikanischen Folklore-Musik prägte. Während der Militärdiktatur (1976-1983) floh sie ins europäische Exil.