Der Schockrocker feiert seinen 61. Geburtstag

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Rocklegende Ozzy Osbourne wird 61

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Dass Ozzy Osbourne eine "lebende Legende" ist, wussten seine Fans schon lange. Seit kurzem hat das der Rockmusiker, der am Donnerstag (3.12.) seinen 61. Geburtstag feiert, auch schriftlich ­ auf einer Trophäe eingraviert.

Bei der Preisverleihung der "Marshall Classic Rock Roll of Honour Awards" Anfang November wurde Osbourne zusammen mit anderen Größen wie Alice Cooper oder Iggy Pop ausgezeichnet. Und auch sonst war das vergangene Lebensjahr für den "Prince Of Darkness", wie Osbourne genannt wird, ein wichtiges. Für die Nachwelt schrieb er seine Autobiographie "I am Ozzy", die er im Herbst veröffentlichte. Darin behandelt Osbourne die ersten Erfolge mit der Rockgruppe Black Sabbath, seine Hochzeit und sein Kampf gegen Alkohol und Drogen.

Wie der "Daily Mirror" im Internet meldete, wünscht sich Osbourne, dass die Autobiografie über kurz oder lang verfilmt wird. Er hat auch schon einen konkreten Vorschlag, wer ihn auf der Leinwand verkörpern soll: nämlich US-Schauspieler Johnny Depp. "Das würde mir sehr gefallen", verriet der Rockmusiker. Wenn er die Zeit zurückdrehen könnte, würde er sich an der einen oder anderen Stelle seines Lebens anders entscheiden, als er es getan hat, räumte er ein. 

Denn als ordentlicher Rockstar dröhnte sich der Mann mit den langen, schwarzen Haaren und der Nickelbrille jahrelang mit Drogen und Alkohol zu. Zu seinem düsteren Image trugen seine dämonischen Botschaften und skandalösen Konzerte bei. Als exzentrischer Familienvater in der Reality-Show "The Osbournes" lehrte er schließlich auch dem Fernsehpublikum das Gruseln.

Osbournes Skandalleben zeichnete sich schon in seiner Jugend ab. Als Sohn eines Werkzeugschlossers wuchs er in den Nachkriegsjahren in Birmingham mit fünf Geschwistern auf. Seine Eltern schufteten in Schichtarbeit, "Ozzy" sorgte schon früh für Probleme. Seine Lehre als Klempner brach er ab, später versuchte er sich als Mitarbeiter im Schlachthof, in einer Autofabrik und bei einem Bestatter. Als Jugendlicher saß er mehrere Wochen im Gefängnis, weil er bei einem Einbruch ertappt wurde.

Osbournes musikalischer Durchbruch kam Ende der 60er Jahre, als sich aus der Band Polka Tulk nach und nach Black Sabbath entwickelte. Die "Beatles of Heavy Metal" (so das Magazin "Rolling Stone") machten die Horror-Musik dem breiten Publikum bekannt und ebneten Metal-Bands wie Metallica oder Iron Maiden den Weg. Das Credo: Laute Musik zum Fürchten.

Nach seinem Rausschmiss bei Black Sabbath Ende der 70er Jahre bastelte Osbourne an seiner Solokarriere ("Blizzard Of Ozz"), begab sich in Entzugskliniken und trat später auch wieder mit seinen Ex-Kollegen auf. Zum "Fürchten" waren aber nicht nur Black-Sabbath-Alben wie "Paranoid" oder "Masters of Reality". Manchem gerann auch bei Osbournes Konzerten das Blut in den Adern. Berühmt wurde der Moment, als er einer Fledermaus den Kopf abbiss und daraufhin gegen Tollwut behandelt werden musste. Osbourne beschreibt  in seinen Memoiren, warum er das tat. Er habe gedacht, der von einem Fan geworfene Gegenstand wäre ein Gummispielzeug. "Sofort aber fühlte sich etwas falsch an, sehr falsch." Berichte, wonach er Ziegen in die Luft sprengte und seine Katzen erschoss, trugen unter Fans eher zur Kultpflege als zum Grauen bei.

Vor dem frühen Eintritt in die Reihe der toten Hardrocker rettete Osbourne seine zweite Frau Sharon, die sich um seine Karriere kümmerte und sein Leben in die Hand nahm. Diese Ehe und das verrückte Leben mit den nicht weniger schillernden Kindern Kelly und Jack konnte die Welt von 2002 an hautnah miterleben, als sich die Osbournes Tag und Nacht filmen ließen. Damit bescherten sie dem Sender MTV eine der erfolgreichsten Sendungen überhaupt und der Öffentlichkeit neuen Gesprächsstoff. Während die einen das "wahre, wirre Familienleben" lobten, wandten sich andere kopfschüttelnd ab. Osbournes bemerkenswerte Auftritte als schwerhöriger, bierbäuchiger Familienvater trugen das ihre dazu bei. Den Erfolg der Fernseh-Soap mit ihm und seiner Familie empfinde Osbourne als "beängstigend". Als  er sich in der MTV-Serie "The Osbournes" das erste Mal gesehen habe, habe er das Gefühl gehabt, "an eine Rakete geschnallt zu sein und mit Warp 10 durch die Stratosphäre geschossen zu werden."

Auf der Welle des Fernseherfolgs machte Osbourne auch wieder mit seiner Musik von sich reden. Balladen wie "Changes" (zusammen mit Tochter Kelly) oder "Dreamer" zeugen allerdings von einem ruhigeren Rocker. Ein beinahe tödlicher Unfall mit einem Quad-Bike im Jahr 2003 machte ihn vielleicht auch etwas nachdenklicher. Doch normal ist Ozzy immer noch nicht. So hätte ein Dialog in "The Osbournes" passender nicht sein können: "Warum seid ihr nicht normal?" klagte damals Mutter Sharon über ihre Kinder. Kelly antwortete: "Weil ihr nicht normal seid, Mum."

Ein Beispiel: Als eine seiner Lieblingshündinnen, die kleine Little Bit, in diesem Sommer von einem Kojoten zuerst angefallen und dann gefressen wurde, war Ozzy Osbourne lange Zeit vollkommen außer sich. Das berichtete der "Daily Mirror" im Internet. Ozzys Tochter Kelly schreibt dazu per Kurzmitteilungsdienst Twitter: "Er ist am Boden zerstört. Sie war wie eine weitere Frau für ihn." Ozzys Zuhause in Los Angeles teilt der Rockmusiker mit zeitweise nahezu zwei Dutzend Hunden, wie er vor kurzem erzählte. Seine Frau Sharon kommentierte: "In Los Angeles sagt man: Wer einen streunenden Hund findet, sollte am besten die Osbournes anrufen - sie nehmen ihn!"

Und auch wenn Ozzy Osbourne im Laufe von vier Jahrzehnten im Musikbusiness viel erreicht hat, hat er doch noch einen Wunsch: "Ein Nummer-eins-Album wäre noch schön", so der seit heute 61-Jährige.

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