Nie wieder Liebeskummer!

1. Praxis für Neo-Singles

Nie wieder Liebeskummer!

Trennungsschmerz und Trauerarbeit
Wenn die Liebe zerbricht, schmerzt es nicht nur in der Seele. Appetitlosigkeit, Stimmverlust, Trauer, Kopfschmerzen, Rückenprobleme, Magen-Darm-Probleme, Depression, Antriebslosigkeit, Schlaflosigkeit sind die Symptome eines gebrochenen Herzens. „Wie einen Drogenentzug“ beschreibt Psychologin Jasmin Ruprecht  (30) diesen Zustand: „Sechs Wochen dauert dieser an, wenn Kummer und Despression danach nicht vorbeigehen, sollte man sich Hilfe suchen.“ Ruprecht eröffnete in Villach Österreichs erste Praxis gegen Liebeskummer (www.ipsy.at; jasmin.ruprecht@ipsy.at). Im MADONNA-Interview verrät sie, wie sie Herzschmerz heilen kann und wann sich Liebeskummerpatienten professionelle Hilfe suchen sollten.   

Sie haben eine Praxis gegen Liebeskummer aufgemacht. Wie kam es zu der Idee?
Jasmin Ruprecht:
Es kamen immer wieder Patienten mit ganz unterschiedlichen Problemen zu mir, wie etwa mit Schlafstörungen oder Depressionen. Letzten Endes hat sich dann oft herausgestellt, dass die Ursache für diese Symptome ein nicht verarbeiteter Liebeskummer war.

Wie kann man Liebeskummer heilen?
Ruprecht:
Gewöhnlicher Liebeskummer sollte von selbst vergehen. Wenn man stabil ist, gute Freunde und ein soziales Umfeld hat, sollte er nach vier bis sechs Wochen abgeklungen sein. Wenn sich der Betroffene nach diesem Zeitraum noch verkriecht, ist fachliche Hilfe notwendig.

Wie sieht diese Hilfe aus?
Ruprecht:
Das sind die klassischen psychotherapeutischen Methoden. Man muss sich mit dem Beziehungs-Ende auseinandersetzen und mit der Beziehung an sich. Denn die wird meist, so wie der Partner, idealisiert, und man sieht die Schuld bei sich. Man beginnt, sich Fragen zu stellen, wie  „Was habe ich falsch gemacht?“ und „Hätte ich anders gehandelt, wäre er heute noch da?“. Bei der Therapie geht es dann darum, die ganze Beziehung realistisch zu sehen und auch die Fehler des Partners zu erkennen. Der eigene Selbstwert soll wieder aufgebaut und gestärkt werden. In letzter Konsequenz muss wieder Vertrauen in die Liebe und eine funktionierende Beziehung gefasst werden.

Wie kann man Liebeskummer von einem rationalen Standpunkt aus erklären?
Ruprecht:
Wir sind auf Drogenentzug. Wenn wir verliebt sind, produzieren wir das Bindungshormon Oxytocin. Wenn der Partner sich von uns trennt, haben wir auf einmal einen rapiden Oxytocin-Abfall. Der Entzug bereitet körperliche und seelische Schmerzen. Es treten oft psychosomatische Symptome auf, wie ständige Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten, Magen-Darm-Probleme, bis hin zu Rückenschmerzen.

Männer versuchen gerne, „gute Freundschaften“ aufzubauen. Was halten Sie von „lass uns doch Freunde bleiben“?
Ruprecht:
Ja keinen Kontakt halten! Wenn man versucht, noch ein klärendes Gespräch zu führen, produziert der Körper wieder dieses Hormon. Man bekommt einen Oxytocin-Flash. Wenn man sich dann wieder trennt, ist man erneut auf Entzug.

Was raten Sie Menschen, denen vor Kurzem das Herz gebrochen wurde?  
Ruprecht:
Man soll sich Zeit zum Trauern nehmen – weinen und durchhängen. Wenn man Trauer verdrängt, kommt sie später heraus. Schmerz zuzulassen ist zwar der schwierigste, aber der wichtigste Schritt. Man sollte sich auch nach Strich und Faden verwöhnen. Zudem gibt es Nahrungsmittel, die helfen. Dazu zählt Schokolade, aber auch gesündere Sachen wie Bananen, Datteln oder Rindfleisch. Sie enthalten Tryptophan, das gegen Depressionen hilft.

Sind Sie in einer Beziehung oder haben Sie Liebeskummer?
Ruprecht:
Ich bin in einer Beziehung. Ich habe aus meinem Liebeskummer gelernt (lacht).



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