Regisseur Lee Daniels

"Precious" gewann Torontos höchsten Filmpreis

"Precious", ein ebenso bedrückender wie inspirierender Film über eine 16-Jährige in Harlem, hat den großen Preis von Toronto gewonnen. Lee Daniels Verfilmung des Romans "Push" der US-Schriftstellerin Sapphire wurde am Samstagabend der People's Choice Award des 34. Internationalen Filmfestivals von Toronto verliehen. "Precious" hatte Anfang des Jahres schon beim Sundance Filmfest in Park City (Utah) abgeräumt. Auch in Cannes wurde das Gesellschaftsdrama mit viel Beifall aufgenommen. Es erzählt von einem fettleibigen jungen Mädchen, das vom eigenen Vater vergewaltigt und von der Mutter geschlagen wird, es aber schafft, das Elend hinter sich zu lassen und auf die Schulbank zurückzukehren.

Fraglich ist, ob "Precious" genauso weit kommt wie "Slumdog Millionär" vor einem Jahr. "Slumdog Millionär" hatte nach seinem Überraschungssieg in Toronto anschließend auch das Oscar-Rennen für sich entschieden. Er wurde zum besten Film des Jahres gekürt und gewann weitere sieben Oscars. "Precious" zeigt wie "Slumdog" nur wenige große Stars. In der Hauptrolle debütiert die junge Schauspielerin Gabourey Sidibe. Ihre tyrannische Mutter wird von der Komödiantin Mo'nique gespielt. Mariah Carey und Lenny Kravitz treten in Nebenrollen auf.

Torontos Filmfest sollte nach weiteren Vorführungen in der Nacht zum Sonntag (Ortszeit) zu Ende gehen. Es ist die größte Veranstaltung ihrer Art und wird als erster und wichtiger Fingerzeig auf die Oscar-Verleihung angesehen, die in diesem Jahr erst im März stattfindet.

Der zehntägige Filmreigen in Kanadas Wirtschaftsmetropole stellte mehr als 300 Leinwand-Neulinge vor, darunter auch 36 von deutschen Filmemachern oder unter deutscher Beteiligung. George Clooney kam für die Präsentation seiner zwei neuen Filme persönlich nach Toronto, ebenso Matt Damon, Julianne Moore, Penelope Cruz und Nicolas Cage.