Rücken: Das Zentrum des Körpers

Gesundheits-Check

Rücken: Das Zentrum des Körpers

4. Teil der Serie: Dr. Reinhard Weinstabl gibt Tipps für einen schmerzfreien Rücken.

Der klassische Rückenschmerz betrifft meist den Abschnitt der Lenden- und Kreuzbeinregion und zählt zu den häufigsten wiederkehrenden Schmerzen der Österreicher. Ein Viertel aller Österreicher leidet an chronischen Rückenschmerzen: Rund 40 Prozent aller vorzeitigen Pensionierungen gehen auf Rückenleiden zurück und 20 Prozent aller Krankenstandstage betreffen Erkrankungen des Bewegungsapparates. Der Rücken wird so zu einem immensen Problembereich.

Verspannungen
„Die Haltung trägt maßgeblich zur Entstehung von Rückenleiden bei. Wer als Arbeitsinstrument einen PC hat, dessen Muskulatur verhärtet sich eher. Die ständige Belastung durch Schreibtisch- und Computerarbeit kann Verschleißerscheinungen der Halswirbelsäule beschleunigen“, sagt Univ.-Prof. Dr. Reinhard Weinstabl, Österreichs renommiertester Sportmediziner und Rückenspezialist im ÖSTERREICH-Gespräch.

Er rät zum Training des Muskelkorsetts, das die Wirbelsäule umgibt. „Es geht nicht darum, sich massiv aufzutrainieren, sondern darum, dass die Muskulatur einen natürlichen Tonus entwickelt“, sagt Weinstabl. Jede Form von sportlicher Überbelastung, selbst Golf und Tennis, sind durch die Drehung aus der Lendenwirbelsäule rückengefährdende Sportarten.

Osteoporose
Oft verbirgt sich hinter Rückenschmerzen auch eine Osteoporose. 700.000 Österreicher sind davon betroffen. Die Abnahme der Knochendichte macht sich durch den Abbau der Knochensubstanz bemerkbar. Rückenschmerzen sind oft erste Symptome der Erkrankung.

Rückenexperte Dr. Weinstabl gibt ÖSTERREICH-Lesern Rat. Email an: gesundheit@oe24.at

Nächste Seite: Der große Rücken-Test. Sind Sie gefährdet?

Rücken: Sind Sie gefährdet?

Notieren Sie sich die Punkteanzahl neben Ihren Antworten.

1) Fahren Sie im Schnitt täglich mehr als vier Stunden mit dem Auto?
A. Ja (3)
B. Nein (0)

2) Sitzen oder stehen Sie bei Ihrer Arbeit die meiste Zeit über?

A. Ja (4)
B. Manchmal (3)
C. Nein (0)

3) Haben Sie sexuelle Schwierigkeiten?
A. Nein (0)
B. Nur bei Stress (3)
C. Ja (4)

4) Haben Sie Übergewicht? Wenn ja, um wie viel wiegen Sie zu viel?
A. Nein (0)
B. Mehr als 5 kg (3)
C. Mehr als 10 kg (5)

5) Wie oft gönnen Sie sich selbst eine Auszeit von Job und Familie?

A. Selten (3)
B. Manchmal (1)
C. Regelmäßig (0)

6) Hatten Sie schon einmal einen Bandscheibenvorfall oder Ischias?
A. Nein (0)
B. Ja (9)

7) Wie oft gibt es Tage, an denen Sie niemanden berühren?
A. Selten (0)
B. Kaum (2)
C. Sehr oft (4)

8) Verbringen Sie den Großteil Ihrer Arbeitszeit vor dem Computer?
A. Ja (4)
B. Nein (0)
C. Ausgeglichen (2)

9) Sitzen Sie oft länger als eineinhalb Stunden, ohne aufzustehen?
A. Nein (4)
B. Manchmal (2)
C. Nein (0)

10) Haben Sie Probleme sich durchzusetzen?
A. Nein (0)
B. Nein (3)

11) Betreiben Sie regelmäßig Sport oder machen Sie Krafttraining?
A. Ja (0)
B. Nein (4)

12) Sind Sie oft im Rücken-, Schulter oder Nackenbereich verspannt?
A. Ja, regelmäßig (6)
B. Manchmal (3)
C. Nein (0)

13) Wie oft fahren Sie in den Urlaub?
A. Einmal im Jahr (2)
B. Eigentlich nie (4)
C. 2-3 mal im Jahr (0)

14) Machen Sie Yoga, Meditation oder eine Art von Entspannungstraining?

A. Täglich (0)
B. 1–2 x pro Woche (1)
C. Nie (6)

15) Sind Sie oft mit einseitiger körperlicher Belastung konfrontiert?
A. Ja (4)
B. Manchmal (1)
C. Nein (0)

Haben Sie sich ihre Punkte notiert? Dann weiter zur Auswertung. Wie hoch Ihr Erkrankungsrisiko wirklich ist, sehen Sie auf der nächsten Seite.

Der Check: So hoch ist Ihr Risiko


0–10 Punkte: Ihr Lebensstil ist rückenfreundlich. Das Risiko für chronische Kreuzprobleme ist gering. Damit das so bleibt, ist Entspannung und regelmäßige Bewegung wichtig.

11–20 Punkte: Ist es die einseitige Belastung im Job oder Ihr Gewicht? Sie muten Ihrem Rücken einiges zu. Wenn Sie rauchen, viel sitzen und übergewichtig sind, erhöht sich Ihr Risiko für ­Rückenleiden.

Mehr als 20 Punkte: Wenn Sie so weitermachen wie ­bisher, sind chronische Rückenschmerzen programmiert. Muskeln und Gelenke tolerieren nur ein gewisses Maß an Belastung. Lassen Sie eine genaue Haltungsanalyse und ein Bewegungsprogramm erstellen. Verspannungen und Fehlhaltungen kann die Osteopathie ausgleichen.

Rückenexperte Dr. Weinstabl gibt ÖSTERREICH-Lesern Rat. Email an: gesundheit@oe24.at