Trachtenbranche in der Krise

Dirndl-Flaute

Trachtenbranche in der Krise

Volksfeste und Kirtage abgesagt: Umsätze im Trachtenhandel brechen ein. 

Die Wiesn fällt aus, Hochzeiten werden verschoben, Kirtage abgesagt: Für die Dirndl-Hersteller bedeutet die coronabedingte Eventflaute einen Millionenverlust: Der Lager der Händler sind voll, die Geldbörsen vieler Kunden leer. An den Touristen-Hotspots Österreichs können die Händler noch Gewinne einfahren, doch in der Hauptstadt bleiben die Gäste und somit das Sommergeschäft aus: "Dass sich unser Wiener Geschäft natürlich sehr langsam erholt, war absehbar. Auch wenn wir kein typisches Touristengeschäft sind, so haben wir doch auch viele Kunden aus dem Ausland. Und das Wegfallen der diversen Feste und Anlässe macht es natürlich schwierig. Aber so ist es jetzt eben und ich bin immer noch ein Verfechter, strenger Maßnahmen" schreibt Trachtenunternehmerin Anna Trostmann-Grosser auf Facebook.

Die Krise brachte einige Hersteller aber auch auf alternative Geschäftsideen: Trachten-Designerin Constanze Kurz ("Hanna Trachten") reagierte prompt auf die Corona-Krise und kreierte als eine der ersten bunte Mund-Nasen-Schutz-Masken für ihre Kunden. VIP-Modemacher La Hong überraschte dieses Sommer mit seinen Dirndl-Jumpsuits und hofft so Kaufimpulse auszulösen.

Gebrauchte Dirndl boomen auf Second-Hand-Plattformen

Wer sich dieses Jahr Tracht zulegt, greift auch gerne auf Gebrauchtware zurück. Über eine Million Mal wurde auf der Plattform heuer bereits nach dem Begriff "Dirndl" gesucht. Von Markentracht bis No-Name-Dirndl kann man schon ab 10 Euro einen Traditionslook finden.