Pécs ist Ungarns erste Kulturhauptstadt

Pécs ist Ungarns erste Kulturhauptstadt

Die Stadt Pécs im Südwesten Ungarns empfängt 2010 ihre Besucher als eine der drei Europäischen Kulturhauptstädte. Unter dem Motto "Die grenzenlose Stadt" soll die Vielfalt eines Kulturraums gezeigt werden, in dem zum Beispiel auch Deutsche und Türken etliche Spuren hinterlassen haben. Interessant wird eine Reise nach Pécs auch dadurch, dass sich die Stadt fürs Kulturstadtjahr herausgeputzt hat.

Der erste Eindruck ist allerdings ein anderer: Wer die 175 000 Einwohner zählende Stadt mit dem Auto erreicht, passiert zunächst triste Viertel mit Plattenbauten. Das höchste Haus der Stadt hat es sogar ins "Guinness-Buch der Rekorde" geschafft: Das 24-stöckige Gebäude gilt als das höchste ungenutzte Hochhaus Mitteleuropas. Ganz anders präsentiert sich die Innenstadt: Viele historische Gebäude wurden in den vergangenen Jahren saniert, heruntergekommene Parkanlagen verschönert und öffentliche Plätze attraktiver gestaltet.

Bereits zu bewundern ist das Besucherzentrum Cella Septichora mit den frühchristlichen Mausoleen im Nordosten der Innenstadt von Pécs. "Die freigelegten Gebäude aus dem vierten Jahrhundert sind ein historisches Denkmal von besonderem Wert, denn sie bewahren die in der Antike seltene zweistöckige Form der Architektur von Sakralbauten", erläutert ein Einheimischer. Sie dienten gleichzeitig als Grabkammern und als Kapellen. Besonders auffällig ist die Peter-Paul-Grabkammer. Insgesamt gehören 16 Bauwerke zu dieser Begräbnisstätte, die auch zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt.

Das bedeutendste Wahrzeichen von Pécs, das lange Zeit Fünfkirchen hieß, ist der Dom mit seinen vier markanten Türmen. Den Grundstein legte König Stephan im Jahr 1009. Sein heutiges Aussehen erhielt die Kirche aber erst im 19. Jahrhundert. Rechtzeitig zum 1000-jährigen Bestehen der Diözese wurden jetzt die Fassaden gereinigt und der Domplatz neu gestaltet. Nun bilden der Dom, die Bischofsresidenz und das Dommuseum wieder ein attraktives städtebauliches Ensemble. Wer nach soviel Kultur Entspannung und kulinarische Genüsse sucht, wird schnell fündig. Vor allem in der Fußgängerzone Kiraly utca gibt es viele Restaurants und Cafés.

INFO: www.pecs.hu, www.pecs2010.hu