Manfred Baumann Fotograf Erfolg Ehefrau Nelly

Starfotograf im Gespräch

Baumann: Erfolg durch Ehefrau

Das Erfolgsgeheimnis des Fotokünstlers. MADONNA im Doppeltalk mit Manfred Baumann und Ehefrau Nelly.

Auf die Frage, was sein Erfolgsgeheimnis sei, antwortet Manfred Baumann (42) ohne zu zögern: „Nelly. Sie war ausschlaggebend.“ Nelly Baumanns Entscheidung für ihren heutigen Ehemann kam hingegen weniger spontan. „Ich habe ihn lange geprüft, bevor ich mich an ihn gebunden habe“, so die 35-Jährige lachend.

Einblicke
Im persönlichen Talk verraten Manfred und Nelly Baumann noch viel mehr. Mit MADONNA spricht das glückliche Paar über den neuen Bildband, die Arbeit mit internationalen Stars und die Beziehung zu Manfreds behinderter Schwester.

© Kernmayer
Manfred Baumann Fotograf Erfolg Ehefrau Nelly

Bild: (c) Kernmayer

Sie haben gerade einen neuen Bildband herausgebracht...
Manfred Baumann:
...der eine Art „Best of“ meiner Arbeit der letzten zehn bis zwölf Jahre darstellt. Erstmals enthält eines meiner Bücher Bilder aus verschiedenen Sparten – der Akt-, Celebrity-, Reise- und Porträtfotografie.

Haben Sie ein Lieblingsbild?
M. Baumann:
Mein Lieblingsfoto ziert die Titelseite, denn das zeigt den Po meiner Frau. Es ist zufällig auf dem Weg nach Las Vegas entstanden. Und das New-York-Bild markiert meinen internationalen Durchbruch, denn Roger Moore hat es vor Jahren gekauft. Aber generell sind meine Fotos alle wie Babys für mich.
Nelly Baumann: Viele, viele Babys! (lacht)

Welche Vorbilder haben Sie?
M. Baumann:
Es gibt einige Fotografen, die mich inspirieren. Zu ihnen zählen Rudolf Koppitz – ein Aktfotograf, der in den 1940er-Jahren verstorben ist –, Alfred Eisenstaedt – der tolle Fotos in den 1960er-Jahren gemacht hat – und natürlich Helmut Newton.

Gibt es auch Tage, an denen die Kamera nicht dabei ist?
M. Baumann:
Bei mir ist Fotografie weniger ein Beruf, eher eine Sucht und Kunst. Und das Künstlern kann ich nicht lassen. Abschalten geht gar nicht. Denn ich möchte in der Champions League der Fotografen weltweit mitspielen.
N. Baumann: Fotografie ist ein Teil unseres gemeinsamen Lebens und für uns beide nicht wegzudenken.

Und Ihr Erfolgsgeheimnis?
M. Baumann:
Nelly. Sie war ausschlaggebend. Und natürlich die Arbeit selbst. Wenn das Produkt nicht stimmt, kommen auch keine Stars. Was oft an uns geschätzt wird, ist unsere Natürlichkeit und die familiäre Atmosphäre am Set.

Wie ist es für Sie, Frau Baumann, mit einem Aktfotografen verheiratet zu sein?
N. Baumann:
Als ich Manfred kennengelernt habe, war ich noch sehr jung. Bevor wir ein Paar wurden, habe ich mir natürlich angesehen, wie das mit den Models so läuft und ob ich damit leben kann. Für mich ist sein Beruf überhaupt kein Problem, ich kann ihm vertrauen. Ich werde oft gefragt, ob ich eifersüchtig bin. Und nein, ich bin es nicht! Gott sei Dank. Mit einer eifersüchtigen Ehefrau am Set hätten wir alle keinen Spaß, das wäre furchtbar. Neid, Missgunst und Eifersucht sind mir zum Glück völlig fremd.

Gibt es Grenzen?
N. Baumann:
Ich bin generell kein Mensch, der Grenzen setzt. Ich würde ihn damit nur in seiner Arbeit blockieren.

Würden Sie sich von einem anderen Fotografen nackt fotografieren lassen?
N. Baumann:
Ich bin ausschließlich für Manfred Model. Es hätte sonst ein bisschen etwas von Fremdgehen.

Herr Baumann, wo ziehen Sie Ihre künstlerischen Grenzen?
N. Baumann:
Es gibt einen Unterschied zwischen Erotik und Pornografie, obwohl natürlich in jeder Erotik ein bisschen Pornografie steckt. Aber eben nicht umgekehrt. Das ist meine Grenze. Ein Model hat uns einmal angebaggert. Nach dem Shooting hat sie gemeint, ob es üblich wäre, jetzt zu uns zu fahren... (lacht)

Wie wäre es umgekehrt: Dürfte Ihre Frau zum Beispiel als Go-go-Tänzerin arbeiten?
M. Baumann:
Ich hätte damit kein Problem. Allerdings glaube ich, dass sich das kein Mann leisten könnte. Und auch jetzt könnte ich Angst haben, dass mir jemand Nelly wegschnappt. Wir lernen viele Stars, wie Colin Farrell und Ashton Kutcher, kennen. Und sie ist halt eine sehr hübsche Frau. Wir wollten zum Beispiel Dr. House fotografieren, aber er wollte nicht mit mir arbeiten. Als er dann jedoch Nelly gesehen hat, änderte er seine Meinung. „You got 50 minutes“, hat er dann gesagt. Aber zwischen Nelly und mir gibt es ein großes Vertrauen. Wir wissen, wie wertvoll unsere Beziehung ist. Es ist nicht nur ­eine Partnerschaft, sondern ­eine Seelenverwandtschaft.

Wie lernten Sie sich kennen?
N. Baumann:
Manfred hat vor 14 Jahren eine Assistentin gesucht, und ich habe mich beworben. Er war damals ein junger Fotograf, von Erfolg und Ruhm war noch lange nicht die Rede. Knapp ein Jahr lang haben wir zusammen gearbeitet, ohne uns zu lieben.

Herr Baumann, Sie haben eine behinderte Schwester...
M. Baumann:
Sie hat das „Williams-Beuren-Syndrom“, ist geistig behindert und kann ihre Gefühle am besten bei Tieren oder beim Malen ausdrücken. Um das zu finanzieren, unterstütze ich sie durch Ausstellungen ihrer Werke.

Ist sie schon einmal vor Ihrer Kamera gestanden?
M. Baumann:
Ja, selbstverständlich. Sie sagt jedes Mal, wenn sie mich sieht, dass sie jetzt auch wieder Model sein möchte. Ich kann ihr das natürlich nicht verwehren...

© Manfred Baumann
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© Kernmayer
Manfred Baumann Fotograf Erfolg Ehefrau Nelly

Bild: (c) Kernmayer
Das "Happy Couple" im persönlichen Gespräch mit MADONNA-Redakteurin Kathi Walleczek.