Schmusesänger R. Kelly wird 43

In den letzten Jahren wurde es um den R&B-Sänger etwas ruhiger. Zuvor sorgte ein Sexvideo für Aufsehen, das R. Kelly mit seiner minderjährigen Patentochter zeigen soll. Obwohl der Vorwurf der Kinderpornografie zehn Jahre zurückreicht, wurde der afro-amerikanische Musiker erst vor gut einem Jahr von einem Geschworenengericht freigesprochen.

Die Anklage stützte sich damals auf mehr als zwölf Zeugen, die auf dem Video die damals 13-Jährige Patentochter Kellys erkannt haben wollten. Auch gebe es keinen Zweifel, dass es sich bei dem Mann um den berühmten Sänger handele und er die Aufzeichnung in den Jahren zwischen 1998 und 2000 selbst angefertigt habe, hieß es. Sowohl Kelly als auch seine Patentochter hatten jedoch abgestritten, die darin gezeigten Personen zu sein. Die Verteidigung führte außerdem an, dass ein markanter Leberfleck auf Kellys Rücken in dem Videofilm nicht zu sehen sei.

In den 1990er Jahren war R. Kelly so häufig in den Charts vertreten wie kaum ein anderer männlicher Solokünstler. Zu seinen berühmten Hits gehören die Schmachtstücke "I Believe I Can Fly" (1996) und "If I Could Turn Back the Hands of Time" (1999). Da alle seine Alben Platin-Status erreichten, ließen auch Auszeichnungen wie der Grammy-Award oder der Billboard Music Award nicht lange auf sich warten.

Sein musikalisches Talent erprobte Robert Kelly, der in Chicago aufwuchs, erstmals in einem Musikclub an der Highschool. Nach und nach setzte sich sein musikalischer Ehrgeiz gegen die sportlichen Ambitionen durch, denen er beim Basketballverein Atlantic Seagull frönte. Nachdem Kelly mit seiner R'n'B-Band MGM (Mentally Gifted Man) den landesweiten Talentwettbewerb "Big Break" gewonnen hatte, erhielt er 1991 seinen ersten Plattenvertrag. Zusammen mit der Band Public Announcement nahm er sein erstes Album "Born Into The '90s" (1992) auf, das mit den Songs "She’s Got That Vibe" und "Honey Love" in den USA für hohe Verkaufszahlen sorgte.

Ohne Band - aber mit der bewährten Mischung aus Soul, Rap und Swing-Beats - legte Robert die nächsten Platinalben "12 Play" (1993) und "R. Kelly" (1995) nach. Popstars wie Whitney Houston oder Michael Jackson erkannten seine Strahlkraft und ließen sich von ihm Songs schreiben. Mit Jacksons Chartbrecher "You Are Not Alone" (1995) handelte sich R. Kelly jedoch einen Plagiatsvorwurf ein. 2007 urteilte ein Gericht in Brüssel, dass die belgischen Komponisten Danny und Eddy Van Passel das Stück geschrieben hätten. Sie komponierten zwei Jahre vor Kelly den Song "If We Can Start All Over", der dem von Jackson gesungenen Lied außerordentlich ähnele, meinte das Gericht. Das Brüsseler Urteil hat für ausländische Autorenvereinigungen allerdings keine bindende Wirkung.

R. Kelly unterstützt Künstlerkollegen aber nicht nur mit Songs, sondern auch mit seinem Gesang. Als er an der Seite von Celine Dion "I'm Your Angel" (1998) sang, landete das Duett auf Platz Eins der US-Charts. Eine weitere Duettpartnerin war Sparkle, mit der Kelly 1998 das Lied "Be Careful" intonierte. Sparkle ist auch auf dem von R. Kelly produzierten Aaliyah-Album "Age Ain’t Nothing But A Number" (1994) zu hören.

Den Titel der Scheibe nahm der King of R&B wohl wörtlich und ehelichte die damals 15-jährige Nachwuchssängerin Aaliyah, die 2001 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Die Ehe wurde nach wenigen Monaten annulliert und Kelly heiratete die Tänzerin Andrea Lee. Noch besteht die Ehe, obwohl Andrea, die Mutter der drei gemeinsamen Kinder, sich 2005 ihren Gatten mittels einstweiliger Verfügung vom Leib halten wollte. Schließlich machte sie aber einen Rückzieher.

Ein Jahr zuvor endete bereits Kellys Zusammenarbeit mit Jay-Z vor Gericht, wo sich beide des Vertragsbruchs beschuldigten und um einen millionenschweren Wert stritten. Trotz der vielen gerichtlichen Auseinandersetzungen schaffte es R. Kelly, seine musikalische Karriere fortzusetzen. Nach dem Doppelalbum "Happy People/U Saved Me" (2004) brachte er "TP. 3 Reloaded" (2005) und "Double Up" (2007) heraus. Bei den beiden Nummer-Eins-Scheiben traten Rap-Größen wie The Game, Sean Paul, Usher und Snoop Dogg als Gesangsbrüder auf. So erfolgreich wie sein fünftes Album "R" (1998), das sieben Millionen Mal verkauft wurde, sind Kellys jüngste Veröffentlichungen dennoch nicht.

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