Veronica Ferres im MADONNA-Talk

„Superweib“

Veronica Ferres im MADONNA-Talk

Eigentlich kennt man sie als glamourösen Red-Carpet-Star und mondäne Schauspiel-Diva. Doch in der neuen Komödie „Unter deutschen Betten“ schwingt Veronica Ferres den Besen, als ob sie nie etwas anderes getan hätte. Nur zu gerne betont die 52-jährige Schauspielerin aber, dass sie als Kind von Kohle- und Kartoffelbauern schon früh lernen musste, sich in den Haushalt einzubringen.  In dem aktuellen Film spielt der auch international erfolgreiche Leinwand-Star die alternde Schlagersängerin Linda Lehmann, die von ihrem Freund und Produzenten betrogen nun auf Putztour gehen muss.      

Nachgefragt.
Im MADONNA-Talk verrät Veronica Ferres, warum es ihr am Herzen lag, um die Filmrechte des Buches zu kämpfen, was sie mit Wladimir Klitschko verbindet und wie sie auch mit 52 Jahren ihren „Superweib“-Body fit hält. 
 
Sie spielen nicht nur die Hauptrolle in dem Film, sondern sind auch als Produzentin in Erscheinung getreten und haben sich die Filmrechte am Buch gesichert. 
Veronica Ferres: Mein damaliger Verleger hat mir das nahegelegt, und als ich die Fahne gelesen habe, war mir klar, dass das die Steilvorlage für eine ganz große Komödie sein kann. Es ist eine Geschichte über einen Querschnitt in unserem Land, mit ganz viel Gesellschaftskritik und Schadenfreude. Man kann darin auch gut über mich als Privatperson lachen, die Grenzen sind fließend.  
 
Linda Lehmann wird von ihrem Manager mit folgendem Satz konfrontiert: „Schatz, deine Zeit ist vorbei. Du bist mindestens fünf Kilo zu schwer und 20 Jahre zu alt.“  Wurden  Sie auch schon mal mit solchen Aussagen  konfrontiert?
Veronica Ferres: Der Beruf des Schauspielers ist der risikoreichste, den es gibt, und solche Sätze, wie sie im Film zu hören sind, sind mir gegenüber alle schon gefallen. Deshalb sind die ganz bewusst da drin (lacht). 

Im Film verliert Ihre Rolle Ruhm und Freunde Schlag auf Schlag. Wie geht man damit um? 
Veronica Ferres: Klar, die Sinuskurve des Lebens macht auch vor mir nicht halt. Aber immer dann, wenn ich mit solchen Rückschlägen konfrontiert wurde, habe ich am meisten gelernt. Und dann dezimiert sich eben die Anzahl der Freunde. Und irgendwann dann wieder. Aber es war mir wichtig, diese Geschichte so auch zu erzählen. Bei der letzten Vorpremiere kam eine knapp 40-jährige Frau zu mir,   die meinte, dass sie nun wisse, wie sie damit umzugehen habe, dass ihr Mann sie mit einer Jüngeren betrügt. Und da dachte ich mir, dass sich der ganze Film schon gelohnt hat.

Apropos Freunde. Sie sind angeblich sehr lang und sehr gut mit Wladimir Klitschko befreundet. Wie kann man sich das Kennenlernen zwischen Ihnen vorstellen? 
Veronica Ferres:  Wir haben uns kennengelernt, als meine Tochter ca. zwei Jahre alt war und wir beide am Flughafen waren. Man kannte sich von etlichen Events und er meinte, dass ich eine seiner Lieblingsschauspielerinnen sei und ob er denn mal mein Kind nehmen dürfe.  Und dann hat er den ganzen langen Weg über das Flughafengelände meine Tochter getragen. Aus dieser Episode hat sich dann eine Freundschaft entwickelt. 

Sie bereiten sich auf Ihre Rollen immer akribisch vor. Welche Herausforderungen stellen sich denn im Falle einer Putzfrau?  
Veronica Ferres:  Ich habe die wahre Putzfrau hinter der Geschichte oft in der Vorbereitung getroffen. Ihr Traum war es immer, Kosmetikerin zu werden. Sie hat auch die Ausbildung gemacht, heute arbeitet sie aber wieder als Putzfrau. Weil es ihr Spaß macht. Es gibt ja auch kaum etwas, das einem ein direkteres und schnelleres Erfolgserlebnis gibt, als eine blitzblank geputzte Wohnung. 
 
Sie sind 52 Jahre alt und sehen mit jedem Jahr fast noch besser aus.  Was ist Ihr Geheimnis? 
Veronica Ferres: Wenn ich mich morgens aus dem Bett rolle, schimpfe ich zuerst ein wenig vor mich hin,  mache dann 25 Liegestütze, mittlerweile 70 Bauchcrunches und 40 Kniebeugen. Und das Gleiche mache ich vor dem Schlafengehen, als Allerletztes. Dieses Trainingsrezept habe ich von einer Freundin bekommen und es tut mir gut.  Da fühlt man sich unter der Dusche gleich großartig. 

Es heißt, dass mit steigendem Alter der Rollen-Pool für Frauen immer eingeschränkter wird. Wie sehen Sie das? Macht Ihnen das Angst?   
Veronica Ferres:  Die Ängste hat man immer wieder, weil sich auch die Ansprüche steigern. Und es gibt natürlich viele Dinge, die ich nicht machen möchte, und andere, für die ich kämpfe. Man darf die Dinge einfach nicht persönlich nehmen. Wenn ich zu Castings gehe,  jetzt auch im internationalen Bereich, gibt es auch immer wieder Absagen, aber ab und zu klappt was. Und das ist herrlich. Man muss sich der Kritik einfach stellen. 
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