Wendy-Syndrom: Das steckt hinter dem Beziehungsphänomen

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Wendy-Syndrom: Das steckt hinter dem Beziehungsphänomen

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Wer sich in einer Beziehung mit einem Mann in eine Mutterrolle begibt, könnte am "Wendy-Syndrom" leiden.

In einer gleichberechtigten Beziehung, sollten sich beide Parteien gleichermaßen um den anderen kümmern. Jede/r bringt seine eigenen Verhaltensmuster und Attribute mit, die dem Partner ein Gefühl von Unterstützung, Fürsorge und Liebe geben. Jedoch gibt es tatsächlich viele Männer, die in ihrer Partnerin einen Mutterersatz suchen. Die Folge: Diese Frauen vernachlässigen ihre eigenen Bedürfnisse und übernehmen volle Verantwortung für den Mann - wie in einer Mutter-Kind-Beziehung. 

Was ist das "Wendy-Syndrom"?

Von dem Wendy-Syndrom sind Personen betroffen, die sich übermäßig um andere Personen, meist um den eigenen Partner, kümmern und in zwischenmenschlichen- und Liebesbeziehungen schnell in die Mutterrolle schlüpfen. Das Phänomen betrifft zum Großteil Frauen.

Menschen mit dem Wendy-Syndrom, sorgen sich erst um alle anderen, bevor sie sich um sich selbst kümmern. Diese Personen fühlen sich für alle um sich herum verantwortlich und haben oft das Gefühl, Leistung erbringen zu müssen, um geliebt zu werden. Am Ende werden diese Personen oft unglücklich und unzufrieden in ihren Beziehungen, da sie ständig das Gefühl des "Aufpassers" einnehmen.

Peter braucht Wendy

Benannt ist das Wendy-Syndrom nach der gleichnamigen Figur in den Peter-Pan-Erzählungen, einer Freundin des Protagonisten. Das Wendy-Syndrom ist das Pendant zum Peter-Pan-Syndrom - dabei dreht es sich um Männer, die nicht erwachsen werden wollen. Die Disney-Figur braucht nämlich stets eine Wendy an seiner Seite, die ihn vor Verantwortungen und Pflichten abschirmt.

Eine Beziehung, in der das Verantwortungsgefühl für die gemeinsamen Aufgaben nur bei einem Part liegt, kann schnell toxisch werden. Denn je intensiver sich Betroffene um die Sorgen oder Probleme ihres Partners kümmern, desto weniger Zeit und psychische Kraft haben sie für sich selbst übrig. Mit der Zeit kann dies zu Isolation, extremen Stress, Burn-out und zur vollkommenen Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse führen.

Wieso sind mehr Frauen davon betroffen?

Das Wendy-Syndrom betrifft nicht nur Frauen, jedoch ist die Mehrheit weiblich. Besonders Frauen mit einem geringen Selbstwertgefühl sind oft davon betroffen. Sie möchten es ihrem Partner immer recht machen und ihm stets das Gefühl geben, auch sein Leben im Griff zu haben.

Doch nicht nur die Persönlichkeit, sondern auch gesellschaftliche Gegebenheiten begünstigen das Phänomen. Auch der Gender Pay Gap spielt eine wesentliche Rolle, denn Männer haben immer noch oft besser bezahlte Berufe, wodurch Frauen eher das Gefühl haben, diese Ungleichheit kompensieren zu müssen, in dem sie etwa alle anfallende Aufgaben im Alltag übernehmen.

Raus aus der Wendy-Falle!

Es gibt einige Anzeichen, die darauf hindeuten, dass Sie am Wendy-Syndrom leiden könnten:

  • Sie fühlen sich verantwortlich für die Gefühle anderer
  • Sie denken, das Glück anderer sei von Ihnen abhängig
  • Sie haben das Gefühl, Sie müssen andere durch ihre Handlungen zufriedenstellen
  • Sie übernehmen in Problem-Situationen oft die Verantwortung

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Falls Sie das Gefühl haben, Sie könnten von dem Wendy-Syndrom betroffen sein, helfen diese SOS-Tipps aus der Wendy-Falle:

  1. Notbremse ziehen: Eine offene Kommunikation mit dem Partner ist das A und O. Ihre eigenen Bedürfnisse sollten in den Vordergrund rutschen.
  2. Beziehung hinterfragen: Jemand, der nur allzu gern Verantwortungen abgibt und keine Hilfsbereitschaft zeigt, sollte man nicht zusätzlich bemuttern.
  3. Auswege mit einem Therapeuten/einer Therapeutin erarbeiten. Ein Experte kann dabei helfen, Exit-Strategien zu entwickeln, um der Hilfefalle zu entkommen.
  4. Ausgleich suchen: Hobbys, Erfüllung im Job oder Selfcare können Gründe sein, sich auch um sich selbst zu kümmern.
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