Frau an der Front

CNN-Reporterin Clarissa Ward: Zwischen Lebensgefahr und Familienwelt

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Der Krieg in Nahost ist derzeit Clarissa Wards Arbeitsplatz. Als CNN-Chefkorrespondentin zählt sie zu den Besten ihres Fachs. Über das Leben der dreifachen Mutter zwischen den Welten.

Sie ist eine von vielen Kriegsberichterstatter:innen, die tagtäglich wahrlich an der Front stehen, um der Welt unzensiert von dem – sonst für viele wohl unvorstellbaren – Leid zu berichten – und sich dafür selbst in Lebensgefahr begeben. Das stetige Wandeln dieser Berufsgruppe zwischen den Welten – zwischen brutalem Krieg und heiler Welt – versinnbildlicht Clarissa Ward ganz besonders.

An allen Fronten

Als Mutter von drei Kindern – erst im Mai kam der dritte Sohn Iggy zur Welt –, die man da und dort auch in Galaroben auf Red Carpets trifft, passt die 43-Jährige eigentlich so gar nicht in den Schützengraben. Eben dort sah man sie jedoch jüngst wieder auf CNN, wenige Tage nach dem verheerenden Terroranschlag der Hamas in Israel. Nahe dem Gaza-Streifen geriet die amerikanisch-britische Chefkorrespondentin des Nachrichtensenders zusammen mit ihrem Kamerateam unter Beschuss. „Entschuldigen Sie die unelegante Position, aber hier ist gerade unweit von uns ein massiver Raketenhagel niedergegangen“, kommentierte die Reporterin am Boden liegend einen weiteren Angriff der Hamas.

Mehrfach ausgezeichnet wurde Ward für ihre Kriegsberichterstattungen.   

Mehrfach ausgezeichnet wurde Ward für ihre Kriegsberichterstattungen.   

© Getty Images
× Mehrfach ausgezeichnet wurde Ward für ihre Kriegsberichterstattungen.   

„Warum tun Sie sich das an?“, wird die mehrfach ausgezeichnete Journalistin, die seit 2015 von London regelmäßig ausrückt, um vom Schlimmsten zu berichten, immer wieder gefragt. Es waren die Terroranschläge von 9/11 im Jahr 2001, die Ward – damals Yale-Studentin – den Entschluss fassen ließen, Journalistin zu werden. Inzwischen zählt sie zu den erfahrensten Auslandskorrespondent:innen der Welt. Sie berichtete vom Bürgerkrieg in Syrien, aus von Taliban besetzten Regionen in Afghanistan, erlebte 2016 einen Bombeneinschlag mit 11 Toten hautnah mit – und ist freilich auch immer wieder im Ukraine-Krieg für den Nachrichtensender im Einsatz.

 

Dass das Leid der Kriegsopfer sie nicht unberührt lässt und sie selbst auch keineswegs furchtlos sei, betont Ward immer wieder. „Man muss sich ständig daran erinnern, dass unsere Art zu helfen, darin besteht, ein Licht auf das zu werfen, was passiert – indem man den Opfern eine Stimme gibt.“ Mit dieser Intention im Gepäck denkt die Kriegsreporterin auch keineswegs ans Aufhören.

 

Wenngleich zu Hause immer wieder drei kleine Buben auf ihre Mama und ihr Ehemann, Fondsmanager Phi­lipp von Bernstorff, sehnsüchtig darauf warten, dass Clarissa Ward unversehrt zurückkehrt. Sie selbst sagt über diese Augenblicke: „Man fühlt sich manchmal wie ein Alien in der eigenen Haut, wenn man zurückkommt in sein wirkliches Leben.“ Ihr Blick für das Wesentliche, er ist zweifelsohne geschärft.

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