Arigona lehnt Franzobels Opernball-Einladung ab

"Das wäre ein gutes Zeichen, der Staat soll ihr etwas zurückgeben", meinte er vor Journalisten. Desiree Treichl-Strürgkh, Organisatorin der Veranstaltung, stellte daraufhin kurzerhand zwei Tickets zur Verfügung. Laut Volkshilfe Oberösterreich, die Arigona Zogaj betreut, wird das Mädchen die Karten aber nicht annehmen.

Dabei war der Besuch mit Zogaj laut Franzobel bereits im Dezember fixiert worden. "Ich habe sie gefragt und sie hat sich sehr gefreut", meinte er. Damals sei ihm seitens eines Sponsors eine zweite Karte zugesichert worden - das Angebot wurde allerdings wenig später wieder zurückgezogen. Am Dienstag startete der Schriftsteller daher öffentlich eine Suche nach Personen mit einer übrigen Karte. "Ich hätte natürlich selbst welche gekauft, aber der Ball ist ausverkauft und man konnte nur mehr auf die Warteliste", so Franzobel.

Daraufhin sagte Treichl-Strürgkh unverzüglich zwei Tickets für Zogaj und einen Begleiter zu. Mit der Betroffenen selbst hatte aber offenbar niemand über die neuen Pläne für den Ballbesuch gesprochen: "Das war nie geplant. Es gab im Dezember die Anfrage, sie hat gesagt, dass sie es sich überlegt, und seitdem nichts mehr gehört. Sie wollte es aber nie", betonte Walter Deil von der Volkshilfe gegenüber der APA.

Franzobel hätte mit einem Besuch des Kosvo-Flüchtlings laut eigenen Angaben ein abstraktes Ziel verfolgt: "Mit subversiver Kunst den Opernball von innen her aufzumischen", als PR-Aktion wollte er die Einladung nicht verstanden wissen. Die Idee, Zogaj auf den Ball mitzunehmen, sei eigentlich als Scherz in seinem Stück "Österreich ist schön" entstanden. Dieses setze sich mit dem Schicksal des Mädchens auseinandersetzt, erklärte Franzobel. "Mir haben dann viele Leute geschrieben, ob ich das nicht tatsächlich machen will."

Die Gefahr von Berührungsängsten zwischen Zogaj und anderen Ballgästen sah Franzobel nicht gegeben: "Außerdem findet ab einem gewissen Alkoholspiegel eine Fraternisierung quer durch die Besucher statt." Harsche Kritik sorgte der mögliche Ballbesuch des Flüchtlings seitens der FPÖ Wien, die Franzobel "billigste Marketinggags" unterstellte. FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl ortete die Gefahr einer "Dauerwerbesendung für Asylmissbrauch".

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