Ausnahmedarsteller August Diehl wird 34

In letzter Zeit hat er sich etwas rar gemacht, abgesehen von einer Nebenrolle als SS-Mann in Tarantinos "Inglourious Basterds". Doch die schöpferische Pause hatte einen schönen Grund: Im Mai 2009 wurden August Diehl und seine Ehefrau und Kollegin Julia Malik zum ersten Mal Eltern. Am Montag (4. Jänner) feiert Diehl, der Mann für die besonderen Rollen, seinen 34. Geburtstag.  

Er ist sicher einer der interessantesten Stars des deutschen Kinos. August Diehl, Sohn des Theaterschauspielers Hans Diehl, spielte schon an der Waldorfschule Theater, ging danach zum Studium an die renommierte "Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch", und traf dann früh auf Peter Zadek. Unter dessen Regie stand Diehl schon 1998 in Berlin und Hamburg in Sarah Kanes skandalträchtigem Vier-Personen-Drama "Gesäubert" auf der Bühne, immerhin an der Seite von Hochkarätern wie Susanne Lothar, Ulrich Mühe und Uwe Bohm.  Ein feines Entree, dem zwei Jahre später der Kostja in Luc Bondys Inszenierung der "Möwe" am Burgtheater folgte. Dazwischen hatte Diehl schon seinen ersten Spielfilm abgedreht, die Hauptrolle eines drogensüchtigen Hackers in dem Verschwörungsdrama "23".

Da hat sich einer seine Rollen und Regisseure gut ausgesucht, und sehr oft sind es komplizierte, an ihre Umwelt scheiternde Figuren, denen Diehls Interesse gilt. Auf dem Theater waren dies unter anderem der "Don Carlos" oder "Roberto Zucco", im Kino feierte Diehl vor allem mit dem Drama "Was nützt die Liebe in Gedanken" (2003) große Erfolge. Diehl spielt darin einen homosexuellen Abiturienten, dessen Liebe zu seinem Freund am Ende der 20er Jahre in Berlin tragisch endet.

Auch in Volker Schlöndorffs Drama "Der neunte Tag" hinterließ August Diehl als eiskalt-berechnender Gestapo-Chef einen bleibenden Eindruck, und seinen vielleicht größter Erfolg feierte er in dem KZ-Drama "Die Fälscher". Diehl spielt einen KZ-Insassen, der sein Leben retten kann, wenn  er seine Fähigkeiten in den Dienst der Nazis stellt. Stefan Ruzowitzkys Film wurde 2008 mit einem Oscar für den Besten ausländischen Film ausgezeichnet.

Zuletzt war er in dem Drama "Anonyma" an der Seite von Nina Hoss zu sehen, in "Dr. Alemán" verkörperte Diehl einen jungen deutschen Arzt in Kolumbien, der zwischen die Fronten eines Drogenkriegs gerät. Und seine größte Rolle studiert er seit dem Frühling täglich ein, die des Vaters.