Gelsen: Knoblauch und Alkohol nutzlos

Lästige Blutsauger

Gelsen: Knoblauch und Alkohol nutzlos

Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich warnen angesichts der Gelsenplage wegen des feuchten Wetters vor Mythen: Knoblauch und Alkohol beispielsweise würden nichts nützen, zum Schutz der Haut geeignet seien spezielle Sprays, Gels und Lotionen sowie feinmaschige Gitter vor dem Fenster. Wenn man doch gestochen wird, sollte man nicht kratzen, sondern ein Mittel in der Apotheke besorgen, das den Juckreiz lindert, so die AK am Mittwoch.

Gelsenmythen unter der Lupe 1/6
1. "Gelsen bevorzugen dunkle Kleidung" Stimmt! Wenn Sie bei der nächsten Grillparty zu heller Kleidung greifen, werden Sie bestimmt weniger attackiert.
2. "Gelsen können Aids übetragen" Stimmt nicht! Wenn Gelsen einen infizierten Menschen gestochen haben, können Sie eine zweite Person nicht anstecken. Das Blut fließt durch ihren Rüssel nur in eine Richtung – in den Magen.
3. "Gelsen stechen lieber Menschen mit süßem Blut" Stimmt nicht! Gelsen bevorzugen zwar den einen mehr als den anderen, das liegt aber nicht am "süßem Blut", sondern an der ganz persönlichen Duftnote.
4. "Lavendelöl hält Gelsen fern" Stimmt! Tupfen Sie statt einem blumigen Parfum ein paar Tropfen Lavendelöl (auch Nelkenöl hilft) in Ihre Armbeugen und Kniekehlen und die Quälgeister suchen sich lieber ein anderes Opfer.
5. "Die Reaktionen auf Gelsenstiche werden immer schlimmer" Stimmt nicht! Es gibt zwar immer wieder Häufungen von schwereren Reaktionen. Aus Sicht des Experten ist das aber eher ein jahreszeitliches Phänomen. Insgesamt sind die Folgen von Insektenstichen heute nicht schlimmer als vor 10 oder 15 Jahren. Es liegt also nicht an den Umweltgiften, von denen die Insekten heute angeblich viel mehr mit sich rumtragen als früher.

 

6. "In den Bergen ist man vor Gelsen sicher"
Stimmt! Über 800 bis 1.000 Metern Meereshöhe ist Schluss mit den lästigen Saugern. Im 8. Stock eines Wohnhauses sind Sie hingegen nicht vor den Biestern sicher.


Das schützt
Die Haut schützt man am besten mit Produkten, die Diethyltoluamid (DEET) und Icaridin enthalten. Diese sorgen dafür, dass die Mücken vertrieben werden. Wenig wirksam sind laut AK hingegen Produkte mit ätherischen Ölen, da es zu Schleimhautreizungen und allergischen Reaktionen kommen könne. Weil sich die Insekten auf Fuß- und Handgelenke konzentrieren, sollten diese besonders eingeschmiert werden. Die Konsumenteninformation empfiehlt zudem helle, weitere Kleidung, da die Gelsen gerne dunkle, eng anliegende Stoffe heimsuchen.

Nebenwirkungen!
Die Kammer warnt vor der Unwirksamkeit vieler angepriesener Mittel und vor bestimmten Nebenwirkungen: Mit Gelsensteckern setze man Insektizide frei, die die Augen und Schleimhäute reizen. UV-Licht-Fallen töten zwar die Insekten durch Elektroschock, würden aber viele Nützlinge stärker anziehen. Ultraschallgeräte, die die kleinen Plagegeister akustisch vertreiben sollen, hätten sich in mehreren Tests als wirkungslos erwiesen. Der Schutzeffekt durch die Einnahme von Vitamin-B1-Präparaten, Knoblauch und Alkohol sei ein Mythos. Auch von Smartphone-Apps, die Hochfrequenztöne erzeugen, raten die Konsumentenschützer ab.

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