10.000 Kinder haben Epilepsie

Kinderneurologie

10.000 Kinder haben Epilepsie

Im Fachgebiet der Kinderneurologie werden an der Uni-Klinik Innsbruck jährlich rund 5.000 Kinder mit neurologischen Erkrankungen behandelt. Dies erklärten Mediziner bei einer Pressekonferenz in Innsbruck anlässlich der 39. Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropädiatrie. Das häufigste Krankheitsbild in der Neuropädiatrie sei die Epilepsie mit 10.000 bis 15.000 erkrankten Kinder österreichweit, sagte Kevin Rostasy, Oberarzt an der Kinderklinik Innsbruck.

Im Ansteigen
"Neurologische Erkrankungen im Kindesalter führen häufig zu chronischer Behinderung", erklärte Rostasy. Etwa 20 Prozent des gesamten Patientenaufkommens in den Kinderkliniken würden auf das Fachgebiet der Kinderneurologie entfallen. Besonders Multiples Sklerose und Autoimmunerkrankungen seien einerseits durch verbesserte diagnostische Möglichkeiten aber andererseits auch durch Umweltfaktoren im Ansteigen, sagte Rostasy.

Kritik äußerten die Ärzte an der Arzneimittelforschung. Hier würde weiterhin ein großer Nachholbedarf bestehen. "Zahlreiche wirksame Substanzen sind für das Kindesalter noch nicht in Studien getestet und daher nicht zugelassen", erwähnte Plecko.

Neue Therapieverfahren
Vor allem in den letzten Jahren habe es auf dem Gebiet der Neurowissenschaften einen rasanten Wissenszuwachs gegeben, meinte der Arzt. "Durch diesen Fortschritt können bisher unbekannte Krankheitsursachen durch neue genetische Untersuchungstechniken erkannt werden", sagte Barbara Plecko, Präsidentin der Gesellschaft für Neuropädiatrie. Aber auch neue Therapieverfahren, wie die fetale Chirurgie zur Behandlung von Kindern mit offenen Rücken, seien möglich geworden.

Bei der neuropädiatrischen Versorgung in Tirol sieht Gerhard Gaedicke, Leiter des Departments für Kinder- und Jugendheilkunde in Innsbruck, noch eine großen Nachholbedarf. "Die fehlende flächendeckende Versorgung von Kindern im ambulanten und häuslichen Bereich mit komplexen entwicklungsneurologischen und psychiatrischen Erkrankungen stellt in Tirol ein Problem dar", meinte der Experte.
 

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