The coolest thing

Karin Garzarolli

The coolest thing

Sechzehn sein ist nicht einfach. Einerseits freut man sich, endlich alt genug zu sein, um mit gezücktem Ausweis in den Club – zu meinen Zeiten war es noch schlichtweg die Großdisco Miami (hab dort leidenschaftlich und selbstverliebt auf der verspiegelten Tanzfläche geshakt) – seines Begehrens zu kommen.

Hot. Andererseits erinnere ich mich mit Schaudern an meine Fashion-Sünden. Die Marke Champion überschwemmte damals den heimischen Modemarkt. Und ich – als bekennende Fantic-Fahrerin – musste alles davon haben. Also Karottenjeans zu Champion-Socken, Champion-Schweißband und – ja: Champion-Stirnband. Nein, meine Mutter stellte mir keinen Baum auf. Sie ließ mich milde lächelnd so raus. Das einzig Coole bei meinem Auftritt? Mein Haircut. Für den fuhr ich damals von Niederösterreich zu einem Wiener Szene-Friseur in die Innenstadt. Mit einer abrasierten und einer kinnlangen Seite kam ich heim. Kann mich dunkel erinnern, dass Mama nicht ganz so milde gelächelt hat. Mittlerweile ist mein Erstgeborener sechzehn. Seine Modesünden hat er schon im Kindergarten, mit Socken über Jogginghose und dazu Sandalen, erledigt. Die dünn gezupften Augenbrauen sind Geschichte. Den coolsten, ultrakurzen Haircut hat er sich jetzt geholt. Cristiano Ronaldo stinkt ab gegen ihn. Und ich? Lächle milde...

Karin Garzarolli ist Beauty-Chefin bei MADONNA k.garzarolli@oe24.at

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