Wiener Alzheimer-Tag am 20. November

Wiener Alzheimer-Tag am 20. November

Auf Notwendigkeit, Gesellschaft, Sozial- und Gesundheitswesen auf diese Entwicklung vorzubereiten, wurde bei einer Pressekonferenz in Wien hingewiesen. "Einige Menschen sterben an der Schweinegrippe. Wir haben aber in Österreich pro Jahr 2.000 bis 4.000 Todesfälle durch Morbus Alzheimer. Es ist die 'Pandemie des Alters'." - Dies erklärte Andreas Winkler, Vorstand der Abteilung für Neurologische Geriatrie und Rehabilitation am Wiener Haus der Barmherzigkeit.

Die Herausforderungen in der Betreuung der Betroffenen sind enorm. Rund 80 Prozent der Patienten werden derzeit zu Hause versorgt. 90 Prozent der Pflegenden sind Frauen. Georg Psota, Gerontopsychiater und ab 1. Jänner 2010 neuer ärztlicher Leiter der Psychosozialen Dienste in Wien (PSD): "Wir haben Daten von 2.100 Patienten aus unserem gerontopsychiatrischen Zentrum. 70 Prozent der Patienten sind Frauen. 48 Prozent leben allein. Die Ansicht, das das die Großfamilie löst, ist eine Illusion." Bei einem Viertel der Betroffenen, die Hilfe suchen, sei bereits eine schwere Demenz gegeben. In Wien gibt es sechs Gedächtnisambulanzen in Spitälern, ein bereits relativ dichtes Netz an Tageszentren etc. Doch die Anforderungen werden steigen. Antonia Croy (Alzheimer Angehörige Austria): "In Zukunft wird eine Person in ihrem Leben zwei oder gar drei Andere zu betreuen haben."

Wahrscheinlich wird es im Jahr 2040 weltweit bereits 100 Mio. Demenzkranke geben. Im Jahr 2050 wird davon wohl jeder zehnte Mensch über 60 betroffen sein. Entscheidend wäre es, die Versorgungsnetze zu gestalten, dass Kranke mit solchen Hirnleistungsstörungen möglichst lange außerhalb von stationären Pflegeeinrichtungen leben können. Das bedingt aber auch eine massive Unterstützung der Angehörigen etc. Winkler: "In häuslicher Pflege 'kostet' ein Demenzpatient pro Jahr 10.700 Euro. In stationären Einrichtungen explodieren diese Kosten auf 25.000 Euro. Nicht die Medizin und die Heilmittel sind das Problem, sondern die Pflege."

Sinnvoll wäre auch eine möglichst frühe Diagnose, um per medikamentöser Behandlung den Verlauf einer Alzheimer-Erkrankung - sie macht etwa 70 Prozent aller Fälle von Demenz aus - möglichst zu bremsen. Durch psychologische entsprechende Tests, Magnetresonanz-Untersuchung des Gehirns und eventuell auch die Untersuchung der Rückenmarkflüssigkeit gelingt das mittlerweile schon drei bis fünf Jahre früher als bisher - und mit einer Genauigkeit von an die 100 Prozent. Und so sollte - laut Winkler - auch mit einer Behandlung nicht mehr gewartet werden, bis ein Morbus Alzheimer schon weit fortgeschritten ist.

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