Reizdarm keine "eingebildete" Krankheit

"Das ist eindeutig", so Mönnikes. Bei Standarduntersuchungen des Verdauungstrakts wird laut Mönnikes bei fast jedem zweiten Patienten keine Ursache gefunden, die die Beschwerden überzeugend erklärt. Solche unklaren Beschwerden werden als funktionelle Erkrankungen bezeichnet. "Deren häufigste Form, das Reizmagen- und das Reizdarmsyndrom, machen nahezu die Hälfte aller Konsultationen von Gastroenterologen aus und sind nach der Grippe die wohl häufigsten Erkrankungen in der ärztlichen Praxis überhaupt", hieß es. Trotz einer guten Prognose seien Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit der Patienten oft stark einschränkt.

Bei vielen Erkrankten seien Funktionsstörungen im Verdauungstrakt nachweisbar, berichtete Mönnikes. Mit gezielten Untersuchungen könnten Mediziner etwa Entleerungsstörungen in verschiedenen Abschnitten des Magen-Darm-Trakts oder auch Störungen der Keimflora feststellen. "Beispielsweise finden sich bei etwa 50 Prozent der Patienten mit Reizmagensyndrom Störungen der Magenmotorik", erklärte der Mediziner. Bei manchen Erkrankten sei auch die wechselseitige Beeinflussung von Gehirn und Verdauungstrakt gestört - oft wegen zu viel Stress.

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden
Diese Website verwendet Cookies
Cookies dienen der Benutzerführung und der Webanalyse und helfen dabei, die Funktionalität der Website zu verbessern, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Impressum