A(H1N1): Beatmungskapazitäten könnten knapp werden

"Es gibt in Österreich rund 2.000 Intensivbetten. 560 davon sind in Wien", erklärte am Freitag Sylvia Hartl, Generalsekretärin der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖPG), gegenüber der APA. Bei High-Tech-Beatmung für Patienten mit akutem Lungenversagen ist man auf Intensivbetten der sogenannten Klasse 3 angewiesen. Bei diesen ist eine künstliche Beatmungseinrichtung pro Bett vorgesehen. Doch nicht alle in Österreich als "Intensivbetten" klassifizierte Spitalbetten besitzen das. In westlichen Industriestaaten geht man von einem Schlüssel von neun Intensivbetten mit Möglichkeit zur künstlichen Beatmung pro 100.000 Einwohner aus. Das wären dann in Österreich etwas mehr als 700.

Wie auch immer gerechnet wird, so die Expertin: "Man muss bedenken, dass solche Patienten (mit schwersten Influenza-Komplikationen, Anm.) ja längere Zeit diese Versorgung benötigen. Deshalb können auch kleine zusätzliche Belastungen die Ressourcen verknappen."

Deshalb gibt es im Hintergrund auch Vorkehrungen zu einem besonderen Management der Intensivbetten-Kapazitäten: Man würde - so Sylvia Hartl - versuchen, Patienten, die aus anderen Gründen in den Intensivstationen liegen, zum ehest möglichen Zeitpunkt in Abteilungen mit etwas niedrigerem Status zu transferieren, um Kapazitäten schneller freizumachen. Käme es zu einem deutlich vermehrten Bedarf, würde man auch geplante Operationen in den Spitälern verschieben. Das sieht auch der österreichische Pandemieplan vor.

Schließlich gibt es auch noch die Möglichkeit, landesweit Kapazitäten zu nutzen. Als beispielsweise in Winnipeg in Kanada im Frühjahr plötzlich rund 50 schwerstkranke A(H1N1)-Patienten zu versorgen waren - bei 75 Intensivbetten in der Region - überlegte man bereits, Kranke in andere Provinzen auszufliegen. Die Influenza verbreitet sich oft auch regional unterschiedlich.

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