06. April 2012 10:53

Uschi Fellner 

Kein Tag wie der Andere

Warum zu Ostern die Grillsaison eröffnet wird und aus!

Kein Tag wie der Andere
© Inge Prader

Wahrscheinlich mögen Sie das Grillen auch so gerne wie ich? Mein letzter Grillabend an einem kühlen Spätsommertag im vergangenen Jahr verlief so: Drei Familien beschlossen spontan, bei einer Familie auf der Terrasse zu grillen. Insgesamt 14 Leute, viele Kinder. Es war schon nach sieben. Die Männer holten den Grill und die Kohle und Grillanzünder und einen Blasbalg. Die Frauen sagten, im Ofen ginge das Grillen schneller.

Die Kinder sagten, sie hätten Hunger und Durst. Die Männer heizten wie besessen, weiße Asche lag auf glühenden Kohlen. Die Kinder fraßen sämtliche Beilagen auf, weil sie solchen Hunger hatten. Die Frauen sagten, im Ofen würde alles schneller gehen. Ich meinerseits warf ab und zu ein, dass ein Elektrogriller um so viel praktischer als ein… Nun, ich machte mich nicht beliebt. Es wurde 20 Uhr.
Die Männer tranken Bier und widmeten sich dem Feuer. Ein paar der Kinder schliefen ein. Die Frauen boten an, von der nahe gelegenen Pizzeria was zu holen. Ich warf ein, dass es im Baumarkt Elektrogriller bereits ab 99 Euro gibt. Wer braucht da bitte… (ich machte mich noch immer nicht beliebt).

Gegen 20.30 Uhr legten die Männer das Fleisch auf den Grillrost. Der war leider schlecht befestigt, das Fleisch fiel zischend in die Glut. Die Frauen fragten die Männer, ob sie betrunken seien. „Nie auf leeren Magen grillen“, sagte ich und machte mich nicht beliebt. Eine der Frauen schlug vor, den Grill ins Biotop des Nachbarn zu schleudern. Eine andere fuhr ungefragt zur Pizzeria, kehrte allerdings nicht mehr zurück. Angeblich blieb sie für längere Zeit verschollen. Man kennt das ja, diese Leute, die nur kurz mal Zigaretten holen wollten…

Das Fleisch verbrannte
stinkend zwischen glühenden Kohlen. Alle hingen frierend in den Gartenmöbeln, wie müde Köhlergehilfen. Alle tranken Bier. Einer fuhr zu McDonald’s und kehrte gottlob auch wieder zurück. Am Oster-Wochen­ende wird traditionell die Grillsaison eröffnet. Und damit basta.




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1 Posting
HansL007 (GAST) meint am 09.04.2012 15:56:33 ANTWORTEN >
Gut erzählt aber nicht nachvollziehbar. Wie soll es das geben, dass erst nach 1,5 Std. eine brauchbare Glut vorhanden ist? Und warum haben die Beteiligten so schwache Nerven? Auch fällt auf, dass das Timing schlecht war. Oft scheint es in der heutigen Welt so zu sein, dass die Erwartungen zu hoch sind und glauben manche alles ist schnell und in ausreichender Menge verfügbar. Bei der Betrachtung der Geschichte empfinde ich Genugtuung über den Lernprozess den (fast) alle machen mussten und zwar deshalb weil Gedankenlosigkeit ein nicht zu unterschätzendes Übel ist. Liebe Grüße - Johann K.
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