Die Welt steht nicht mehr lange…

MADONNA Blog

 

Die Welt steht nicht mehr lange…

Nein, ich leide nicht an emotionaler Weihnachtsdepression, übler Laune aufgrund mangelnder Sonnenstrahlung, PMS oder sonst irgendeiner psychischen Verstimmung. Aber so manches gibt mir dieser Tage zu denken…

Samstag, 11. Dezember und damit dritter Advent-Samstag: Mein Liebster und ich beschließen, einen gemütlichen Stadtspaziergang zu unternehmen und schnell mal bei Nespresso vorbeizuschauen, um den Kaffeevorrat für die Feiertage aufzufüllen. Waren Sie in letzter Zeit mal in dem stylischen Store am Wiener Graben? Nein? Dann sollten Sie unbedingt hinschauen. Nicht wegen Clooney, dem Klavier oder einer Tasse Gratis-Kaffee. Mir hat es vielmehr das ausgeklügelte Anstell-System bei den Kassen angetan. Denn aufgrund des unfassbaren Ansturms auf Voluto & Co. macht man bei Nespresso jetzt auf Krankenkasse  – und verteilt beim Eingang Nummern-Kärtchen. Wenn Ihre Nummer auf einem der Flatscreens (natürlich viiiiel stylischer als bei der Krankenkasse!) erscheint, kommen Sie bei der angegebenen Kassa sofort dran. Wow! Während ich neben hundert anderen Kaffeesüchtigen auf den Screen starre und mir ein freundlich gereichtes – natürlich ultrastylisches – Schokoplättchen in den Mund schiebe, rattert es in meinem Kopf:

Wo sind die Zeiten, als wir ein Packerl Jacobs Monarch im Supermarkt ins unstylische Wagerl schmissen und mit einer Tasse heißem Filterkaffee glücklich waren? Was um Himmels Willen bewegt die Menschheit dazu, Kaffee zu einem Statussymbol zu stilisieren und den Kaffee-Einkauf zu einem Termin mit der Wichtigkeit eines Arztbesuchs werden zu lassen? Ist es der gute Geschmack des Kaffees, die stylische Maschine, die passend zu unserem geringen Zeit-Budget innerhalb weniger Sekunden guten Kaffee braut? Ist es Clooney, der mindestens so einladend aussieht wie die edlen (und viel zu wenigen!!) Nespresso-Shops? Oder gehört uns allen das Klavier am Schädel?! Ding-dong, da leuchtet meine Nummer auf… ich löhne 75 Euro und strahle übers ganze Gesicht. Ja, dafür lasse ich mir gerne ein Klavier am Schädel hauen! 

Autor: Daniela Schimke
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