An der Krippe wird seit 46 Jahren gearbeitet

Sehenswert: Die Aiko-Krippe in Salzburg

Eine Besonderheit in der Stadt Salzburg ist in der Weihnachtszeit die vier Meter lange, zwei Meter tiefe und 3,50 Meter hohe Aiko-Krippe mit über 300 selbst gebastelten Figuren, die sich versteckt in der Steingasse 35 befindet. Zu betrachten ist sie bis 6. Jänner 2010 jeweils am Samstag und Sonntag sowie am 24., 25. und 26. Dezember zwischen 13.00 und 18.00 Uhr. Der Eintritt ist gratis.

Die Aiko-Krippe wurde im Laufe von 46 Jahren von Brigitte Aichhorn-Kosina (deshalb der Name Aiko, Anm.) gebaut. Es begann 1963 mit einer kleinen Tischkrippe mit Maria, Josef und dem Kind, etwas Tannengrün und einem Rauschgoldengel. Das nächste Jahr kamen Ochs und Esel, drei Hirten und ein Paar Schafe unter einer Wurzel dazu. Von Jahr zu Jahr wurde ein Fach mehr im Bücherregal ausgeräumt, um dem steigenden Platzbedarf für die Krippe nachzukommen. Es entstanden die Stadt Bethlehem und das alpenländische Krippendorf.

Die Krippe begann beinahe die gesamte Bücherwand zu füllen, das Wohnzimmer wurde nahezu unbewohnbar. Die Krippe wanderte in das Büro "Arbeitsgruppe Raumplanung" in die Griesgasse und füllte nach wenigen Jahren fast das gesamte Besprechungszimmer. Das alljährliche Auf- und Abbauen wurde schon zum Problem, war aber immer ein deutliches Zeichen für die Mitarbeiter und Besucher: "Weihnachten steht vor der Tür". Erst 2004 nach der Übersiedelung in die Steingasse fand die Krippe einen Platz, wo sie das ganze Jahr hindurch stehen bleiben kann und lediglich durch eine mobile Trennwand von der Galerie getrennt wird.

Die Bevölkerung der Krippe zählte nach der letzten "Volkszählung" (2004) 309 Figuren: Die Hl. Familie (3), eine Schar Engel (82), Dorfbewohner (63), Stadtbevölkerung (81), die Heiligen Drei Könige mit Gefolge (51) und Tiere (29). Die soziale Infrastruktur ist sehr gut ausgebildet: Asiatische Lebensmittel, Trafik, Buchhandlung, Reisebüro Apotheke, Arztpraxis, Damenschneiderei, koschere gemischte Warenhandlung, Bauernmarkt, Musikhandlung, eine Galerie; Volksschule, Wirtshaus und Kirche bilden das Dorfzentrum.

Von der Stille des Zentrums ist am Himmel, im Dorf und in der Stadt wenig zu merken, obwohl es ja die "stille Zeit" ist. Die Engel jubilieren und musizieren, die Hirten sind mit Mundharmonika, Flöten, Gitarre und Ziehharmonika zugegen. Vieles in der Krippe hat familiären Hintergrund: Die Loferer Steinberge bilden die Kulisse hinter dem Dorf, daran schließen die Kleinarler Berge an mit dem Elternhaus von Ferdinand Aichhorn. Die Trattoria "ai cugnai" war ein Stammbeisl in Venedig. Die balinesiche Tänzerin erinnert an einen Aufenthalt in Indonesien anlässlich einer Ausstellung in Jakarta, die Fischhalle auf Fuertoventura - die Rettung aus vielen Salzburger Wintern. Einige Figuren sind auch konkrete Porträts. Die Krippe hat also eine Entstehungszeit von mittlerweile 46 Jahren, und es ist kein Ende abzusehen: Dorf- und Stadtentwicklung also auch in der Krippe in der Steingasse.

Und für jemanden, der einen Wunsch hat, befindet sich am rechten Rand der Krippe ein "Wunschbrunnen", in den man Geld werfen kann. Sollte jemand allerdings wunschlos glücklich sein und dennoch etwas Geld für den Erhalt der Krippe spenden wollen, dann kann er es in einer Schachtel - abseits auf einem Tisch - hinterlassen.