Die Lebensfreude kehrt zurück

Barbara Pachl-Eberhart im Talk

Die Lebensfreude kehrt zurück

Vor drei Jahren verunglückte ihre Familie. Der Talk über Erfolg, Trauer & Zukunft.

Am letzten Sonntag kam wieder einmal alles hoch. „Wie so oft überkam mich wieder diese wahnsinnige Sehnsucht nach Heli, Valentina und Thimo – dann sind die Tränen nur so gelaufen“, erzählt Barbara Pachl-Eberhart (36). Am 20. März jährte sich der schreckliche Tag, an dem ihre gesamte Familie bei einem Zusammenstoß mit einem Zug verunglückte, bereits zum dritten Mal. „Manchmal kommt es mir vor, als wäre es gestern passiert“, so Pachl-Eberhart. Dabei ist so vieles passiert in der Zwischenzeit: Barbara Pachl-Eberhart, die seit zwei Jahren mit dem Schauspieler Ulrich Reinthaller (46) liiert ist, wurde im letzten Jahr mit ihrer Biografie Vier minus drei zur Bestsellerautorin in Österreich und Deutschland. Über 100.000 Mal verkaufte sich die Aufarbeitung ihrer Trauer, die nicht nur auf Zuspruch stieß. In MADONNA spricht die Autorin über ihre Erfahrungen im letzten Jahr und wie ihr Leben nun weitergehen soll.

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Am 20. März verunglückte Pachl-Eberharts Mann und ihre beiden Kinder tödlich. In „Vier minus drei“ (Integral, 19,95 Euro) arbeitete sie ihre Trauer auf.
 

Haben Sie mit dieser enormen Resonanz gerechnet?
Barbara Pachl-Eberhart:
Als ich nach dem Tod meiner Familie in den Buchgeschäften nach einem mutmachenden Erfahrungsbericht suchte, fand ich leider überhaupt nichts. Schon damals dachte ich mir: Wir Trauernde bräuchten so etwas, dringend! Zwei Dinge wusste ich damals allerdings noch nicht. Dass ich es sein würde, der diese Aufgabe zufällt. Und wie viele Menschen es sind, die sich nach Hoffnung sehnen.

Wie waren die Reaktionen auf Ihren ehrlichen Umgang mit Ihrer Trauer?
Pachl-Eberhart:
Meine Art, die viele als „schonungslos“ bezeichnen, wird durchwegs positiv gesehen. Meinen Gang in die Öffentlichkeit betrachten manche mit gemischten Gefühlen. Mein Anliegen ist es, aktiv einen liebevollen Blick auf die Welt zu werfen. Auch auf jene großen Herausforderungen, die wir gemeinhin Schicksal nennen. Diese Botschaft kann meiner Meinung nach nicht genügend öffentliche Fürsprecher haben.

Sie waren in vielen Talkshows, haben unzählige Male über das Erlebte gesprochen – gab es einen Punkt, an dem es Ihnen beinahe zu viel wurde?
Pachl-Eberhart:
Ich mache in meinem Buch Privates zum Thema. Zugleich reflektiere ich darüber auf einer allgemeinen, menschlichen Ebene. Das hilft mir selbst, nicht in meiner Schicksalsgeschichte zu ertrinken, und gleichzeitig hilft es auch anderen. Wie dankbar bin ich für diese Chance! Daneben gibt es natürlich stille, leise und sehr private Momente der Trauer.

Wie geht es Ihnen heute – an welcher Station der Trauer­phasen, von denen man spricht, sind Sie angekommen?
Pachl-Eberhart:
Ich spreche lieber von Traueraufgaben oder Trauerthemen. Ich habe mittlerweile nicht nur die Trauer um meine Familie in mein Leben integriert, sondern auch die echte Lebensfreude wieder gefunden. Ein in sich geschlossener Kreis, so fühlt es sich an. Aber ich habe erfahren, dass Erinnerungsarbeit immer wieder behutsame Aufmerksamkeit braucht, das wird eine meiner Lebensaufgaben bleiben.

Wenn Sie heute das Buch nochmals schreiben müssten, würden Sie manches vielleicht anders erzählen?
Pachl-Eberhart:
Die Arbeit an meinem Buch hat ein ganzes Jahr gedauert. Es ist durch drei große Entstehungsphasen gegangen, begleitet von einem sehr strengen und klugen Lektor. Er ließ nicht locker, bis alles „passte“. Die Mühe hat sich ausgezahlt, denn noch heute stehe ich hinter jedem einzelnen Satz, genau so, wie er ist.

Sie sind nach wie vor unterwegs und lesen aus Ihrem Buch – haben Sie sich ein Datum oder einen Zeitpunkt festgelegt, an dem Sie vielleicht nicht mehr über den Tod Ihrer Familie sprechen möchten?
Pachl-Eberhart:
Nein. Ich betrachte das Leben wie eine Fahrt mit dem Auto, es geht vorwärts und doch tut man gut daran, immer wieder einen Blick in den Rückspiegel zu werfen. Je schneller man fährt, umso weniger sollte man darauf vergessen.

Parallel zu dem Buch haben Sie die Ausbildung zur Atempädagogin gemacht – was kann man sich darunter vorstellen? Was fasziniert Sie an dieser Arbeit?
Pachl-Eberhart:
Die Atemarbeit bringt mich durch achtsame Bewegungsübungen auf direktem Weg hinein in meinen Körper. Dabei ist der Atem wie eine leise Stimme, ein verlässlicher Freund, der mir unglaublich viel über mich selbst erzählt. Wie nebenbei habe ich durch die Atemarbeit viel besser Tischtennis spielen gelernt. Und viele Wege gefunden, mich zu erden und zu beruhigen, wenn es mir schlecht geht. Eine zweite Ausbildung, die ich gemeinsam mit meinem Lebensgefährten Ulrich Reinthaller gerade abschließe, ist die der Dialogprozessbegleitung. Der Dialogkreis ist ein alter, wunderbarer Weg, den eigenen Horizont zu erweitern und einander respektvoll zu begegnen.

Welche Pläne haben Sie für Ihre nahe Zukunft? Welche für die ferne?
Pachl-Eberhart:
Es zeichnet sich ab, dass meine Arbeit rund um die Themen Trauer und Selbstentfaltung gerade erst begonnen hat. Ein zweites Buch wird dabei eine Rolle spielen. Gemeinsam mit Ulrich Reinthaller nehme ich heute schon die Herausforderung an, Vorträge zu halten und Seminare anzubieten. ­Außerdem schaffen wir gerade einen wunderbaren Raum für solche Begegnungen. Unser Haus, unser Projekt wird im Herbst unter dem Namen „HerzensGut“ von sich hören lassen.

Sie sind seit über zwei Jahren mit Ulrich Reinthaller zusammen – inwiefern hat sich Ihre Beziehung in der Zeit verändert, gefestigt, vertieft?
Pachl-Eberhart:
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MADONNA vom 26.03.2011

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„Ich stehe hinter jedem einzelnen Satz meines Buchs.“, so Barbara Pachl-Eberhart über ihren Bestseller über ihre Trauer.

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Barbara Pachl-Eberhart im MADONNA-Gespräch mit Daniela Schimke.