Kuh Yvonne wird Hollywood-Star

Karrieresprung

Kuh Yvonne wird Hollywood-Star

Es ist noch nicht lange her, dass sich Michael Aufhauser (59) dazu entschloss, aus einer Reithalle in Salzburg ein Asyl für notleidende Tiere zu machen. Heute, 11 Jahre später, hat sein Traum eine unglaubliche Dimension erreicht. Zwanzig Aiderbichl-Höfe in vier Ländern, die von 250 Mitarbeitern bewirtschaftet werden. Und unglaubliche 3.800 gerettete Tiere, die von Aufhauser persönlich das Versprechen bekommen haben, nie wieder leiden zu müssen. Unter diesen glücklichen Geschöpfen ist auch Yvonne, die wohl berühmteste Kuh der Welt.

A Star is born
Wenige Wochen vor Michael Aufhausers 60. Geburtstag plaudern wir mit ihm über seine Visionen für das nächste Jahrzehnt, überraschende Anrufe und warum er jeden Computer meidet.

Sie werden am 25. April sechzig Jahre alt. Wird groß gefeiert?

Michael Aufhauser: Um Gottes Willen, nein! Sie müssen wissen, ich feiere meinen Geburtstag nie. Ein Jahr älter zu werden ist ja keine Leistung. Eigentlich sollte man seine Mutter beschenken, weil sie die Arbeit hatte. Aber das Aiderbichl-Team hat mich überzeugt, dass wir meinen Geburtstag zum Anlass nehmen und statt mitgebrachter Blumen für Katzen und Hunde in Not sammeln. Und da habe ich mir gedacht: O.k., das macht Sinn (lacht).

Den 60. Geburtstag nehmen viele zum Anlass für eine innere Zäsur...

Aufhauser: Das war auch bei mir so. In den letzten Tagen bin ich viel in mich gegangen und habe mir überlegt, welche Ziele ich noch habe. Was fehlt noch, hab’ ich mich gefragt. Gottlob habe ich in meinem Leben nichts verpasst und deswegen war klar, dass es jetzt erst richtig losgeht. Ich habe noch so viele Visionen. Ich träume von einer Hundestadt, mit großen Ausläufen und Pflegern, die mit einer Hundegruppe zusammenleben. Wer weiß, im Leben ist ja alles Fügung. Vielleicht findet sich ein großzügiger Spender für diese Idee.

„Yvonne“ war letztes Jahr im Sommer das Gesprächsthema Nummer eins. Wie geht es ihr?

Aufhauser: Ihr geht es großartig. Ich war erst gestern bei ihr und ihren Söhnen in Deggendorf. Sie wird ja jetzt ein Hollywoodstar. (lacht)

Wie bitte?

Aufhauser: Ja, tatsächlich. Die Verträge sind unterschrieben. Der Film kommt 2014 in die Kinos.

Unglaublich. Wie kam es dazu?

Aufhauser: Eines Tages hat es in Aiderbichl geläutet und da war, wie man so schön sagt, Hollywood am Apparat. Genauer gesagt Max Howard, er hat zum Beispiel schon Filme wie „König der Löwen“, „Aladdin“ oder „Die Schöne und das Biest“ mit Dreamworks gemacht…

… und jetzt macht er einen Film über die Kuh „Yvonne“?

Aufhauser:Ganz genau. (lacht) Zu Beginn war ich total erschrocken und habe mir gedacht: Mein Gott, jetzt habe ich die arme Yvonne aus dem Wald geholt und nun soll ich sie zum Drehen wieder zurückbringen? Das geht auf keinen Fall, habe ich gesagt. Aber es ist ja eh nur ein Animationsfilm und Yvonne kann weiterhin in Ruhe auf der Weide stehen. Sie braucht nie zum Set.

Die Geschichte ihrer Flucht berührt offenbar viele Menschen. Denken Sie, dass sich dadurch an der Einstellung zu Kühen und der Massentierhaltung etwas geändert hat?

Aufhauser: Ich denke schon. Die jungen Menschen lehnen sich immer mehr auf und lassen sich auch nicht mehr an der Nase herumführen. Sie wollen wissen, ob Antibiotikum im Essen ist oder nicht. Sie wollen eine Zukunft haben, die klar und integer ist. Wir haben uns zusichern lassen, dass die Aiderbichl-Philosophie in den Film einfließt. Den Rindern wird endlich Gehör verschafft.

Themenwechsel. Das ganze Land diskutiert derzeit über die neue Datenspeicherung. Beschäftigt Sie das auch?

Aufhauser: Sie müssen wissen, dass ich keinen Computer bedienen kann. Natürlich könnte ich es lernen, aber diesen Luxus leiste ich mir. Darum kann man auch nie sagen, dass Michael Aufhauser nachts heimlich verbotene Seiten googelt. Das kann er nämlich nicht, er kann ihn nicht einmal abstauben.(lacht schallend).

Autor: Michaela Kalss
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