Mit 81 noch Catwalk-Queen

Carmen dell’Orefice rockt Fashion Weeks

Mit 81 noch Catwalk-Queen

Sie ist das älteste Model der Welt und immer noch eines der gefragtesten. MADONNA enthüllt ihre Geheimnisse.

Anmutig, hoch professionell, mit schnellem Schritt schreitet sie derzeit über die Laufstege der internationalen Fashion Weeks. Sie hebt gerne am Ende des Catwalks – vor der applaudierenden High-Fashion-Crowd – die Arme im Stil einer ägyptischen Königin in die Höhe und sagt dabei mit ihrem lebensfrohen und stolzen Gesichtsausdruck: „Ich bin 81 und ich finde mich cool und fühle mich schön.“

Designer wie Kritiker danken es mit Applaus und vielen Aufträgen. Das Topmodel mit der Silbermähne ist derzeit so gut im Geschäft wie nie. Dabei pfeift sie jedoch auf Altersheim-Werbespots oder Orthopädie-Kampagnen. Sie läuft mit der jungen Riege, mit Topmodels, die ihre Urenkelinnen sein könnten und verdrängt diese des Öfteren sogar von so manchem Hochglanz-Cover, wie zum Beispiel dem der Vogue. 



Beauty-Eingriffe

Deshalb fragen sich nicht nur die Stars der Front Row, wie Victoria Beckham oder Olivia Palermo: Wie macht Carmen das nur?  Niemals würde man ihrem interessanten Gesicht die 81 ansehen. Backstage fährt sie sich mit ihrem langen Fingern über die glatte Wange. „Der Doktor, der die Falten wegmachte, der lebt schon lange nicht mehr. Herzinfarkt. Sein Werk überdauerte ihn“, grinst sie ein blutjunges Model an. „Die Methode macht heute keiner mehr. Silikon, ich sage es Ihnen, Silikon muss unter die Haut. Nicht Botox, das ist Gift. Haut lebt und Silikon in ganz kleinen Injektionen ist wie das Sandkorn, das in einer Auster erst eine Perle macht. Das Collagen des Gewebes wird von Silikon stimuliert, wie bei der Auster.“ Ihr Credo: Schöne Dinge, egal ob Gebäude, Kunstwerke der Körper müssen restauriert und erhalten werden. Das junge Model nickt andächtig.

Demut vorm Erfolg
Lebenserfahrung ist in solchen Dingen eben alles. Und von der hat Dell’Orefice genug. Man könnte meinen, sie sei aus reichem New Yorker Hause. Weit gefehlt: Carmen wuchs die meiste Zeit bei Verwandten oder in Pflegeheimen auf, da die Eltern eine turbulente On-off-Beziehung führten. Sie weiß noch fast genau den Tag, „es war Ende August 1945, der Krieg war gerade vorbei“ und sie war 13, als sie jemand in einem Bus in der 57. Straße in New York ansprach. „Mich! Ich war sehr dünn, weil ich fast eineinhalb Jahre krank gewesen war. Meine Beine waren kaputt und ich musste meinen Mädchentraum, Balletttänzerin zu werden, aufgeben. Da saß ich also, ein schüchternes, trauriges Mädchen, groß und dürr und jemand fragte, ob ich fotografiert werden wolle.“  Der Conde Nast Verlag (u. a. Vogue) bezahlte eine Hormontherapie. „Und ich bekam endlich einen Frauenkörper. Was war ich glücklich, als endlich meine Titten wuchsen.“ Mit 15 war sie dann am Cover der Vogue. „Sie zahlten mir zwischen 7,50 und 30 Dollar am Tag, davon konnte ich die Miete und meiner Mutter das College bezahlen.“

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Diashow: Carmen dell’Orefice

Carmen dell’Orefice

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