TU-Forscherin simuliert Edelstein-Lichteffekte

Für ihre mit "Sehr gut" bewertete Dissertation zum Thema erhält die Wienerin am Freitag, (23.10.) den mit 10.000 Euro dotierten Hannspeter-Winter-Forschungspreis der TU Wien, wie die Hochschule am Montag in einer Aussendung mitteilte. Weidlich ist es nicht um die Wiedergabe von Farben, etwa des Saphirs oder Rubins, gegangen. Vielmehr ging es um die Simulation von Farbeffekten wie u.a. Dispersion (Aufspaltung des Lichts in seine Spektralkomponenten), Interferenz (blaues Schimmern), Aventureszenz (Glitzereffekte), Opaleszenz (Streuung am Kristallgitter) und Labradoreszenz (Interferenz an dünnen Schichten). Damit sollte die Vorhersage ermöglicht werden, wie ein bestimmtes Schmuckstück aussehen würde. Aus Sicht der Computergrafik ist die Simulation von Farbeffekten, die durch physikalische Optik bei Edelsteinen hervorgerufen werden, wesentlich aufwendiger und schwieriger als die Edelsteinfarbe selbst.

In der Schmucksteinbearbeitung ist es laut Aussendung "relativ einfach, einem Diamanten einen Brillantschliff zu verleihen. Herausfordernd wird es dann, wenn besondere Schliffe erzeugt werden sollen". So etwa die Sonderanfertigung des Montblanc-Diamanten, an dessen Feinschliff mehr als acht Jahre gearbeitet wurde. Durch die Vorarbeit von Weidlich sei es nunmehr möglich, exakte Designs einschließlich der beschriebenen Farbeffekte im Voraus am Computer zu simulieren, hieß es.

Der Hannspeter-Winter-Preis wurde 2007 an der TU Wien in Gedenken an den Physiker (1941-2006) eingerichtet. Mit ihm werden jährlich Forschungsleistungen im Rahmen von Dissertationsprojekten ausgezeichnet, die von Absolventinnen der TU-Doktoratsstudien erbracht wurden. Neben der Anerkennung der hervorragenden wissenschaftlichen Leistung soll mit dem 2008 erstmals verliehenen Preis auf die besonderen Leistungen von Frauen im Bereich der Forschung und Technik aufmerksam gemacht werden.

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