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Wie Pech und Schwefel

Die schönste Liebeserklärung, die eine Großmutter ihrem Enkelkind machen kann, kommt von Christine Kaufmann (65), die über Enkeltochter Lizzy (25) sagt: „Immer wenn ich Lizzy sehe, denke ich: Jetzt könntest du sterben, du hast eine so tolle Spur hinterlassen.“ Das Kompliment kommt prompt zurück: „Du bist einfach die beste Großmutter der Welt.“ Fakt ist: Die beiden sind trotz 40 Jahren Altersunterschied wie beste Freundinnen. Zwischen ihnen herrscht – wie passend im Land der Pilcher-Romantik - aufrichtige Harmonie.

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Erstmals lassen sich Schauspiel-Legende Christine Kaufmann („Rosenreslie“, „Stadt ohne Mitleid“ etc.) und Enkelin Lizzy gemeinsam in Lizzys Heimat Cornwall für ein Magazin fotografieren. „Ich finde“, konstatiert Kaufmann, „man sieht auf den Fotos, wie glücklich ich mit Lizzy bin.“ So oft sie kann, besucht die zwischen München und Mallorca pendelnde vierfache Großmutter und zweifache Mutter (Tochter Allegra lebt mit Sohn Raffael auch auf der Baleareninsel, Alexandra lebt mit ihrer jüngsten Tochter Helena in Amerika, Lizzys Zwillingsschwester Dido arbeitet am Theater in Linz) Lizzy in Schottland. MADONNA hat die beiden dort besucht und zum Generationentalk über Familie, Liebe, Ehe gebeten.

Wie ist es für Sie, eine so berühmte Großmutter zu haben?
Lizzy:
Ich lache darüber. Ich habe ja auch einen total berühmten Großvater. Nein, ich bin sehr entspannt und finde es ganz cool, dass Gran so bekannt ist. Ich nenne sie ‚Funky Gran‘, was so viel heißt wie ‚Heißer Ofen‘ (lacht).
Christine Kaufmann: Du spielst mich aus wie eine gute Karte (lacht). Kannst du dich erinnern, wie wir in dem Restaurant in Schottland waren und dieser wahnsinnig gutaussehende Kellner mit uns heftig geflirtet hat? Er hat gefragt, woher ich komme, und du hast gesagt: „Meine Omi kommt aus Deutschland“. Da hat er gesagt: „Oh, Funky Gran.“ Seither nennst du mich so. Ich glaube, du amüsierst dich gut mit mir.
Lizzy: Und ich habe viel von dir gelernt. Beharrlichkeit, Selbstständigkeit.

Und wo sind Sie beide total verschieden?
Lizzy:
Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Mutter. Etwas, das du nicht kennst. Und ich glaube an die Ehe, den Mann fürs Leben. Ich denke, ich habe mir den richtigen ausgesucht.
Kaufmann: Seit Dezember bist du mit Douglas verheiratet. Du machst das in Liebesdingen besser als ich. Und ja, im Gegensatz zu mir hast du mit deiner Mutter überhaupt keine Konflikte. Ich hatte mit meiner Mutter große Auseinandersetzungen. Du liebst deine Eltern einfach. Du hast grundsätzlich weniger innerliche Narben als ich. Und das macht schon einen großen Unterschied.

Ihre Großmutter war schon viermal verheiratet. Eigentlich kein gutes Beispiel. Aber trotzdem glauben Sie an die Ehe.
Lizzy:
Ich habe einfach den richtigen Mann gefunden.
Kaufmann: Und bei mir zählen ja nicht alle Ehen. Eine war nur auf dem Papier. Du bist in diesem Sinne die Jüngere und Klügere. Du hast aus meinen Fehlern gelernt.
Lizzy: Aber ich kann mich noch erinnern, wie du uns einen großmütterlichen Rat gegeben hast. Weißt du noch, welchen?
Kaufmann: Ja, natürlich. Eine Frau muss ihren Beruf lieben, habe ich euch immer gepredigt. Wenn du einen Beruf hast, den du liebst, dann hat ein Mann auch nie so Macht über dich. Du hast das sehr, sehr ernst genommen und hast Douglas gesagt, dass du deinen Beruf studieren willst. Wenn er mitkommt, sehr gut, und wenn nicht, dann hättest du es trotzdem gemacht.

Welches Verhältnis haben Sie zu Ihrem Opa, Tony Curtis?
Lizzy:
Eigentlich gar keins. Ich sehe ihn nie. Er wollte mein Studium in Schottland finanzieren, aber als er gehört hat, dass es 30.000 Pfund im Jahr kostet, hat er es nicht gemacht. Du und Jamie Lee habt mir mein Studium finanziert. Dafür bin ich euch sehr dankbar.
Kaufmann: Ich denke, ich bin die einzige Matriarchin, die ich wirklich kenne. Ich achte sehr darauf, was für meine Töchter und Enkel das Richtige sein könnte. Und ich bin froh darüber, dass ich euch alle finanziell und kreativ unterstützen kann.
Lizzy: Und du bist immer für uns da!

Und wer ist für Sie da, wenn es Ihnen schlecht geht? Sie hatten ein Burnout, haben sich von Ihrem Mann getrennt...
Kaufmann:
Ich denke, du, Lizzy, wärest sicher für mich da. Eigentlich jedes Enkelkind. Ich habe genug Menschen, mit denen ich reden kann. Aber letztendlich habe ich all die Entscheidungen und Umbrüche der letzten Zeit, auch die Scheidung von meinem Mann, mit mir selber besprochen. Ihr hattet in dieser Zeit viel Verständnis für mich. Habt mich allein gelassen, mir Zeit zum Ausruhen gegeben.

Was schätzen Sie besonders an Ihrer Großmutter?
Lizzy:
Ihre Kreativität und ihren Freigeist. Und sie macht mir immer die wunderbarsten Geschenke, weil sie einfach weiß, was ich liebe.

Und umgekehrt?
Kaufmann:
Immer wenn ich Lizzy sehe, lächle ich. Ich habe mir nie etwas von meinen Kindern und Enkeln gewünscht, weil ich finde, dass jeder Wunsch unverschämt ist; aber du hast einfach alle Wünsche erfüllt, ohne dass ich sie mir gedacht habe.

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