„Habe mir erlaubt, älter zu werden“

Barbara Meier im Madonna-Talk

„Habe mir erlaubt, älter zu werden“

Im MADONNA-Talk verrät das 30-jährige Topmodel, warum sie es ganz gut fand, heuer einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. 

Vor knapp zehn Jahren hat die ehemalige Mathematikstudentin Barbara Meier Heidi Klums Modelschule mit Bravour absolviert. Die Gewinnerin der zweiten GNTM-Staffel hat sich jedoch von ihrem Titel emanzipiert und kann auf spannende Model- und Schauspieljobs zurückblicken, ist Buchautorin und Umweltretterin. Und das, obwohl sie gerade erst 30 geworden ist. 
 
Gesprächig. Warum Barbara Meier mit der neuen Lebensdekade kein Problem hat, Wien die Stadt ihres Herzens ist und wie sie die Welt ein klein wenig besser machen möchte, lesen Sie hier.   
 
Man trifft dich nun immer häufiger in Wien …
Barbara Meier: Ich habe immer noch meine Wohnung in München, aber mein Schatz lebt hier, deshalb bin ich oft zu Besuch da (lachend). 

Welche Plätzchen magst du hier besonders gern?
Barbara Meier: Vor allem die Parks. Ich geh wahnsinnig gern im Volksgarten spazieren. Ich fahre hier auch viel weniger Auto oder U-Bahn, weil ich finde, dass jeder Weg so schön ist. 
 
Du fühlst dich hier also wohl?
Barbara Meier:  Ich denke, wenn man aus Bayern ist, verbindet einen sehr viel mit Österreich – wir haben eine gemeinsame Sprache, eine gemeinsame Kultur und sind uns auch von der Lebenseinstellung nicht unähnlich. Ich finde, die Menschen hier sind mir ähnlicher als zum Beispiel die Berliner. 

Jetzt ist es tatsächlich fast zehn Jahre her, seit du „GNTM“ gewonnen hast. Wie denkst du an diese Zeit zurück?   
Barbara Meier:  Es war sehr prägend, denn es war der Beginn von all meinen Jobs und meinem Modelleben. Aber wenn man zehn Jahre in einem Job arbeitet, denkt man auch nicht ständig an seine Schulzeit (lacht).    

Du arbeitest als Model, bist aber auch als Schauspielerin aktiv. Gibt es eine Tätigkeit, die du bevorzugst?
Barbara Meier:  Das Schauspielern war immer eine gute Ergänzung, in der ich mich weiterentwickeln konnte. Das Modeln mache ich schon lange und würde mir dabei auch einiges zutrauen. Beim Schauspiel habe ich von ganz vorne angefangen. Man lernt immer was über sich selbst und muss sich in Rollen auch ordentlich reinarbeiten. Ich habe immer gern gelernt und deshalb ist es schon sehr cool, das machen zu dürfen. 
 
Es wirkt, als ob du ziemlich im Reinen mit dir bist. 
Barbara Meier:  Bin ich auch. Ich habe mich davon freigemacht, zu tun, was andere von mir erwarten. Viele in Deutschland meinten, dass ich das Modeln aufgeben muss, um ordentlich zu schauspielern. In Amerika ist das alles ein bisschen anders, die meisten sind in ihrem Portfolio breiter aufgestellt. Ich merke, dass mir beides liegt und beides Spaß macht. Und zur Beschreibung Model und Schauspielerin ist heuer ja auch noch Buchautorin dazugekommen. Das ist eine lange Beschreibung, die für mich aber Sinn macht. Ich merke, dass ich in meiner Arbeit erwachsener geworden bin. 
Apropos erwachsen geworden, heuer hast du die 30 gefeiert. Wie war das?
meier: Zum einen hat mir mein Freund eine coole Party mit ca. 1000 Luftballons und der Lieblingsband aus meiner Jugend geschmissen. Das war toll. Und außerdem war es ein schöner Schritt, weil ich mir selbst erlaubt habe, älter zu werden. Ich glaube, wenn man Model ist, macht man sich bei Castings gerne mal jünger und bleibt immer so das ewige Mädchen. Aber für mich ist es völlig ok, mit 30 nun „erwachsener“ zu werden.  

Wird es für dich damit auch Zeit über Familienplanung nachzudenken?
Barbara Meier:  Ich will auf jeden Fall Kinder, aber es muss nicht sofort sein. Ich habe keine Torschlusspanik, ich will jetzt auch keine zehn Jahre warten, aber ich habe keinen Druck. 
 
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Mit dem österreichischen Unternehmer Klemens Hallmann ist Meier seit Anfang 2016 liiert. (Foto:Artner)
 
Wie geht es deinem Freund dabei, mit dir auf öffentliche Veranstaltungen zu gehen? Er wirkt eher öffentlichkeitsscheu. 
Barbara Meier:  Es war auf jeden Fall was Neues für ihn. Er macht es, da wir es komisch finden würden, bei einer Veranstaltung getrennt reinzugehen. Es zieht ihn jetzt aber nicht vor Kameras, das ist nicht seine Welt. 

Du engagierst dich auch für den WWF. Wie ist es dazu gekommen?
Barbara Meier:  Ich bin irgendwann zu Hause gesessen und habe gedacht, dass ich die Zeit, die ich habe, sinnvoll nutzen möchte. Mir hören Menschen zu, da kann ich auch über wichtige Themen sprechen. Und es gibt so viele tolle Hilfsorganisationen. Mir lag dann doch die Umwelt immer am meisten am Herzen. Das ist ja auch die absolute Grundlage für jegliches Leben. Und der WWF ist eine Organisation, die darum bemüht ist, einen Dialog herzustellen. Das fand ich super und habe mich bei denen gemeldet. Seitdem arbeiten wir zusammen, mein Thema sind dabei die „Geister-Netze“. 
 
Was kann man darunter verstehen?
Barbara Meier:  Man glaubt vielleicht, dass ab und an ein Fischkutter mal ein Netz verliert. Aber laut Schätzungen werden pro Jahr ca. 10 Millionen Tonnen Plastik ins Meer geschüttet. Eine unvorstellbare Zahl! Und ungefähr zehn Prozent davon sind alte Fischernetze. Zum einen ist das schlimm, weil sich Tiere darin verfangen, aber auf der anderen Seite ist es so, dass dieses Plastik 400–600 Jahre braucht, um sich abzubauen. Und bevor das passiert, kommt es in den Nahrungskreislauf rein und wir essen es mit. Der WWF versucht, dafür weltweit eine Lösung zu finden. Ein Anliegen, dem ich gerne meine Stimme leihe.