Tina Turner hat ihren Frieden gefunden

Einfach die Beste!

Tina Turner hat ihren Frieden gefunden

Es ist zwar nahezu unglaublich, aber wahr: Zurückgezogen in der Ruhe der Schweizer Idylle lebt Bühnenlegende Tina Turner mit ihrem langjährigen Lebenspartner Erwin Bach, der sie zugleich vor medialer Zudringlichkeit schützt. In einem Chalet am Züricher See genießt der 73-jährige Weltstar endlich seinen wohlverdienten Ruhestand – nachdem die als Anna Mae Bullock geborene Amerikanerin über 200 Millionen Platten verkaufte und so zur ersten großen Rock-Ikone von globalem Ausmaß wurde.

Angekommen
Im Interview mit der deutschen Vogue spricht sie nun über ihr neues Glück abseits der Konzerthallen und zeigt sich voll innerlicher Zufriedenheit und Balance. Die besten Passagen:

Sie leben in Küsnacht am Zürichsee, können Sie auf irgendeine Weise Ihre Geburtsstadt Nutbush damit vergleichen?
Tina Turner:
Die Landschaften von Küsnacht sind sehr ländlich und dominiert von Wiesen und Ackerland. Natürlich gab es in Tennessee keine Berge, und ich habe damals auch nicht in einem Château gewohnt, aber trotzdem spüre ich Parallelen zu dem Farmland im Süden der USA, dessen Schönheit mir immer in Erinnerung bleiben wird.

Wie steht es um Ihr Deutsch? Oder können Sie schon auf Schwyzerdütsch konversieren?
Turner:
(lacht) Ich nehme gerade wieder Deutschunterricht, Schwyzerdütsch ist dann schon einen Tick zu kompliziert. Ich kann mich aber schon auf Deutsch vorstellen (spricht Deutsch): „Beruflich heiße ich Tina Turner. Aber mein richtiger Name ist Anna Mae Bullock.“ Viel weiter bin ich leider noch nicht.

Wer ist das Mädchen Anna Mae Bullock heute?
Turner:
Ich lebe schon seit 25 Jahren in Europa. Als ich Nutbush verließ, war ich noch sehr jung. Seitdem habe ich die Welt bereist und viele verschiedene Eindrücke gesammelt. Das hat natürlich meine Persönlichkeit geformt. Das Mädchen aus Nutbush ist zu einer ganz anderen Frau geworden.

Wie würden Sie diese Frau beschreiben?
Turner:
Ich bin viel stärker geworden und betrachte mich nun wirklich als erwachsen. Ich konnte mit der schlechten Ehe, die ich leider geführt habe, abschließen und habe eine Familie großgezogen. Körperlich bin ich in einer sehr guten Verfassung, da ich nie Drogen genommen oder Zigaretten geraucht habe. Spirituell und mental bin ich in einem sehr guten Zustand. Ich bin mit mir selbst im Reinen und glücklicher, als ich es mir je erträumt hätte.

Gibt es dann vielleicht Pläne, Ihre andere Heimat, die Bühne, wieder zu besuchen?
Turner:
Vor vier Jahren habe ich meine letzte Tournee absolviert und diese auch als ­echte letzte Abschiedstournee verstanden. Die Öffentlichkeit sollte dies auch nachvollziehen, denn die Arbeit, die ich mit 69 geleistet habe, war an der Grenze dessen, was ich körperlich leisten konnte und wollte. Der Bühnenstil, den ich praktiziert habe, entspricht mittlerweile auch nicht mehr meiner Selbstvorstellung. Ich habe diese Arbeit geliebt, aber ich genieße es dafür umso mehr, jetzt nicht mehr arbeiten oder auftreten zu müssen.

Obwohl Sie wissen, dass viele Menschen sich ein Comeback von Ihnen wünschen würden?
Turner:
Das ist mir sehr wohl bewusst, aber bevor ich mich nicht neu erfinde und mit etwas vollkommen Neuem wieder auftauche, will ich nicht zurückkehren und damit das kleiner machen, was war, denn das war toll! Natürlich bin ich offen für Inspiration, und sollte ich eine kreative Eingebung haben … Aber konkrete Pläne zu einem Comeback gibt es derweil nicht.

Neues von Tina Turner gibt es heuer aber in der Form eines Albums mit buddhistischen und christlichen Gesängen, inspiriert von alten und neuen Schriften von Meistern unterschiedlicher Kulturen. Wie kam es dazu?
Turner:
Ich wuchs eigentlich als Baptistin auf, doch konnte mir diese Religion keinen Trost in meinem Leben und meiner Ehe schenken. Als mir jemand das Mantra „Nam Myoho Renge Kyo“ näherbrachte und erklärte, dass das ständige Aufsagen von diesem das eigene Leben verändern kann, sah ich das als Neuanfang. So begann ich, den Buddhismus zu praktizieren. Nun arbeite ich an dem dritten Album der Beyond-Reihe, das von der buddhistischen Ideologie inspiriert ist, auf dem ich aber nicht singe, sondern nur spreche.

Welche Bedeutung hat die Religion heute für Sie?
Turner:
Der Buddhismus hat mir durch meine Scheidung und jegliche harte Lebensphase durchgeholfen. Das Ziel eines lebenswerten Lebens ist für mich, ein immer besserer und verantwortungsbewussterer Mensch anderen gegenüber zu sein. Das war die wichtigste Lehre, die ich daraus ziehen konnte. Das gilt nicht nur für das direkte Umfeld, sondern auch ganz allgemein. Jeder Mitmensch zählt.

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