Ist mein Mann gastrosexuell?

Männer am Herd

Ist mein Mann gastrosexuell?

Es gibt Männer, die denken immer nur an das eine: Kochen. Dagegen ist eigentlich nichts einzuwenden. Ganz im Gegenteil! Viele Frauen freuen sich, wenn nicht immer nur sie die Familie bekochen müssen und  auch mal ihr Mann sie kulinarisch verwöhnt. Doch bei einigen Männern nimmt dieses harmlose Hobby ein bedenkliches Ausmaß an: Sie sind gastrosexuell! Auch der deutsche Autor Carsten Otte ist bekennender Gastrosexueller. Im neuen Buch ( "Der gastrosexuelle Mann", Campus Verlag um 25,70 Euro) porträtiert er diese besondere    Spezies Mann und beschreibt, was den Gastrosexuellen an- und umtreibt.  

Was genau ist Gastro-sexualität?

Gastrosexuelle Männer kochen leidenschaftlich gerne und fühlen sich in der Freizeit hinter dem Herd wohler als im Fußballstadion. Es sind Männer, die mehr Geld im Küchenfachhandel lassen als im Autohaus und erst so richtig glücklich sind, wenn sie gemeinsam mit Familie oder Freunden ihren kulinarischen Kreationen am Esstisch frönen können. Für Außenstehende ist ihr Umgang mit Lebensmitteln nicht nachvollziehbar. Denn gastrosexuelle Männer kaufen das Essen nicht im Supermarkt. Sie erstehen Fleisch aus dem Internet, weil sie nur dort das im Klimaschrank gereifte Steak vom uramerikanischen Büffel bekommen. Laut Online-Lexikon „Urban Dictionary“ beschreibt Gastrosexualität die Eigenschaft von Männern, sich über normale Hilfe am Herd hinaus mit Kochen zu beschäftigen. Es wird zum leidenschaftlichen Hobby, mit dem man auch Freunde und mögliche Partnerinnen beeindrucken will. Dabei wollen Männer nicht nur klassische Hausmannskost auftischen, sondern zu Profis der Gastronomie avancieren. Essen ist für sie Gaumenerotik – ein sinnliches Vergnügen, bei dem immer auch sexuelle Spannung entsteht.    

Wo liegt die Grenze zwischen normalem Kochen und Gastrosexualität?
Wer nur kocht, um andere zu ernähren oder um einen Diätplan einzuhalten, ist kein Gastrosexueller.

Wie entstand dieser Trend?
Da in den letzten Jahrzehnten immer mehr Frauen voll berufstätig sind, ist die Küche in vielen Haushalten verwaist. Männer haben erkannt, dass Kochen cool sein kann und dass es sexy ist, seine Frau kulinarisch zu verwöhnen.

Warum kochen Männer mit so viel Inbrunst?

Das Motto vieler Männer lautet: „Ganz oder gar nicht.“ Und beim Kochen können sie alle Leidenschaften ausleben. So können sie damit andere beeindrucken, ihren Spaß am Spielen und Experimentieren ausleben, ihrer Sucht nach Perfektion frönen, immer neue Technik-Spielzeuge anschaffen oder mit teuren High-End-Küchen Eindruck schinden.

In welchem Alter sind Männer „gefährdet“?
Die Gefahr steigt in dem Moment, wo Männer das „Hotel Mama“ verlassen. Wenn sie keine Lust mehr haben, sich von Tiefkühl-Pizza und Dosenravioli zu ernähren. Zudem kommt es bei Partnerinnen auch gut an, dass man kochen kann – der Ehrgeiz erwacht. Laut einer britischen Studie sind Gastrosexuelle vor allem 25- bis 44-jährige Männer, die mit ihren Kochkünsten potenzielle Partnerinnen beeindrucken wollen.

Ist Kochen besser als Sex?
Kochen ist Sex! Für Gastrosexuelle sind diese beiden Begriffe untrennbar miteinander verbunden. So wollen echte Könner mit ihren Fähigkeiten in der Küche auch nicht angeben. Genießen und schweigen – das gilt im Schlafzimmer wie am Esstisch. Es gibt sogar Gastrosexuelle, die Fleisch oder Brot so leidenschaftlich anfassen, wie wenn sie Sex hätten.

Wann stört übermässiges Kochen die Beziehung?

Wenn Er keine Grenze mehr zieht, die Wohnung beispielsweise andauernd nach Essen riecht. Auch eine ständig leere Haushaltskasse (Küchengeräte und ausgefallene Lebensmittel sind teuer!) kann zu Streit führen. Allerdings kann sich Gastrosexualität natürlich auch positiv auswirken: Über das Essen können sich Männer und Frauen wieder neu begegnen, viele Frauen sehen ihren kochenden Mann mit völlig neuen Augen. Denn ehrlich gesagt: Kochende Männer sind nicht nur sexy, sondern auch sinnvoll!

Ist mein Mann gastrosexuell? 11 Anzeichen: 1/11
1. Kostspielig
Er gibt für Lebensmittel und Küchenzubehör mehr Geld aus als für andere Hobbys.
2. Personalisierung
Er hat seine Edelmesser mit seinem Monogramm
gravieren lassen.
3. Hightech
Seine Küche sieht aus wie ein Technik-Labor.
4. 24 Stunden
Tag und Nacht köcheln verschiedene Fonds auf dem Gasherd.
5. Kochen ist männlich
Sein Lieblingssatz lautet: „Die berühmtesten Köche der Welt sind ja auch alle Männer.“ Auch, wenn es heutzutage immer mehr weibliche Profiköche gibt.
6. Reiselust
Reiserouten werden ausnahmslos mithilfe des „Guide Michelin“ geplant.
7. Handgemacht
Er hat sich ein Messer passend zu seiner Handform schmieden lassen.
8. Pudding
Er kann Pudding kochen, ohne dafür eine Fertig­mischung zu verwenden.
9. Künstler am Herd
Molekulare Küche nutzt er, spricht aber nicht darüber.
10. Kleines Lager
Er hat einen eigenen Raum, in dem er nur einmal pro Woche benutzte Geräte – wie Salamander, „Sous Vide“-Garer und Eismaschine – lagert.
11. Ordnung
Er wäscht freiwillig ab, damit die Küche am Ende blitzblank ist und alle Geräte wieder am richtigen Platz stehen.

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