Vielversprechend gegen STIs

Jetzt kommt ''Pille danach'' gegen Geschlechtskrankheiten

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Mit einem Antibiotikum Chlamydien, Syphillis und Co. vorbeugen? Laut einer US-amerikanischen Studie könnte das bald funktionieren.

Sexuell übertragbare Krankheiten werden laut Statistiken der Weltgesundheitsorganisation immer häufiger. Expert:innen sprechen sogar schon davon, dass wir uns inmitten einer Epidemie der sexuell übertragbaren Infektionen (STI) befinden. Auch in Österreich ist ein deutlicher Trend im Sinne einer Zunahme der Infektionen zu erkennen.

Natürlich wissen wir, dass wir uns beim Sex vor Geschlechtskrankheiten schützen müssen, etwa durch Kondome. Doch Unfälle passieren, und im schlimmsten Fall gelangen Bakterien des Partners in den eigenen Körper und lösen dort eine Infektion aus. Jucken, Schmerzen, Ausschlag oder Fieber können die unangenehmen Folgen sein. Aber STIs können auch bleibende Schaden anrichten: Syphilis kann beispielsweise zu Unfruchtbarkeit führen.

Antibiotika gegen STIs

Doch nun gibt es gute Nachrichten aus den USA: Ein Forscherteam der University of California in San Francisco hat möglicherweise einen Schutz gegen die häufigsten Geschlechtskrankheiten wie Tripper, Syphilis und Chlamydien gefunden. Das getestete Antibiotikum konnte zwei Drittel an sexuell übertragbaren Krankheiten verhindern.

Jetzt kommt ''Pille danach'' gegen Geschlechtskrankheiten
© Getty Images
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Laut der Studie reicht bereits eine Dosis eines gängigen Antibiotikums "Doxycyclin", um die Entstehung von sexuell übertragbaren Krankheiten zu verhindern. Wie die "Pille danach" - die nach Sex ohne Verhütung eine Schwangerschaft verhindert - sollte diese bis zu 72 Stunden (drei Tage) nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden.

Gegen Syphilis, Chlamydien und Tripper

Zu den rund 500 Testpersonen gehörten Männer, die Sex mit anderen Männern haben, sowie Frauen, die trans sind. Die Teilnehmer:innen hatten im Jahr vor der Studie mindestens eine STI gehabt, oder lebten entweder mit einer HIV-Infektion oder nahmen präventiv Mittel ein, um sich vor einer Infektion zu schützen. Solche Personen sind eine besondere STI-Risikogruppe: Sie hätten häufig ungeschützten Sex und steckten sich dadurch häufiger mit Geschlechtskrankheiten an.

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Für die Studie wurde den Probanden das Standard-Antibiotikum „Doxycyclin“ verabreicht, welches von Ärzten normalerweise bei Harn- oder Atemwegsinfektionen verschrieben wird. Dabei stellte sich heraus, dass auch zwei Drittel aller bakteriellen Infektionen wie Tripper, Syphilis und Chlamydien damit verhindert werden können. Die Teilnehmer nahmen die Pille durchschnittlich vier Mal im Monat. Nebenwirkungen gab es laut den Forschenden keine. 

Vielversprechende Lösung

Bis wir die "Pille danach" gegen STIs allerdings selbst in der Apotheke kaufen können, wird es noch eine Weile dauern. Erst müssen weitere Studien zeigen, unter welchen Bedingungen ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum wie Doxycyclin gegen Geschlechtskrankheiten eingesetzt werden kann. Jedoch ist die erste Studie bereits ein vielversprechender Ansatz gegen die sich still verbreitende Epidemie, die aus Spaß ganz schnell ernst werden lässt.

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