Er verkörperte u.a. Schiller und Reich-Ranicki

Grimme-Preisträger Matthias Schweighöfer wird 29

Schiller, Langhans, Reich-Ranicki - niemand ist vor ihm sicher. Schauspielstar Matthias Schweighöfer beweist, wie wandelbar er sein kann. Der jungenhafte Blondschopf wird am Donnerstag (11.3.) 29 Jahre alt.

Zuletzt war er in dem schrägen Road-Movie "Friendship!" zu sehen, in dem er einen Ostdeutschen spielt, der sich nach dem Mauerfall zusammen mit seinem besten Freund auf einen Trip durch die USA macht. Ihr Ziel ist San Fransisco, und auch an den Kinokassen erreichte der Film mit einem guten Einspielergebnis sein Ziel.

Davor konnte man den Mädchenschwarm neben Josef Bierbichler in dem Familiendrama "Der Architekt" (2009) zu bewundern. Der Kinofilm von Ina Weisse zeigt eine Familie, die nach dem Tod der Großmutter in die österreichische Heimat des Vaters reist. In der verschneiten Bergwelt Tirols wird das Familienleben jedoch auf eine harte Probe gestellt.

Schweighöfer selbst lernte in seiner frühen Kindheit schwierige Familienverhältnisse kennen. Als der in Anklam geborene Blondschopf drei Jahre alt war, trennten sich seine Eltern, das Schauspielerpaar Gitta und Michael Schweighöfer. Im selben Alter stand Matthias das erste Mal mit seiner Mutter auf der Bühne. Während der Schulzeit spielte er in einer Theatergruppe, und nach der Matura nahm Schweighöfer ein Studium an der Berliner Schauspielschule "Ernst Busch" auf, das er nach einem Jahr wieder abbrach.

Bereits mit 16 Jahren spielte der Jungdarsteller einen kleinen Part in Andreas Dresens Fernsehkomödie "Raus aus der Haut" (1997). Die Dreharbeiten zu "Verbotenes Verlangen - Ich liebe meinen Schüler" (2000) führten Schweighöfer erneut ins Schulmilieu. Für die Rolle des von seiner Lehrerin verführten Ben wurde er mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.

Nachdem der Wahlberliner für seine Schauspielleistung in Dominik Grafs TV-Drama "Die Freunde der Freunde" (2001) den Adolf-Grimme-Preis erhalten hatte, folgte der Sprung auf die Leinwand. Mit seinem Auftritt in "Soloalbum" (2003), der Kinoversion des gleichnamigen Bestsellers von Benjamin von Stuckrad-Barre, wurde Schweighöfer zum Shootingstar des deutschen Films. In der Komödie verkörpert er den Berliner Musikredakteur Ben, dem seine Freundin (Nora Tschirner) den Laufpass gegeben hat.

Ein Jahr später erschien Schweighöfer in Hendrik Hölzemanns Debütfilm "Kammerflimmern", wo er als Kölner Rettungssanitäter Crash auf die Frau seiner Träume wartet. Sein Einsatz wurde mit dem Bayerischen Filmpreis als bester männlicher Nachwuchsdarsteller belohnt. Als der Preisträger für "Polly Blue Eyes" (2005) vor der Kamera stand, traf er eine alte Bekannte wieder. Susanne Bormann, die schon in "Raus aus der Haut" eine Hauptrolle übernahm, verkörpert hier die junge Polly, eine Ex-Gefangene. An der Seite von Til Schweiger mimte er in "Keinohrhasen" (2007) und "Zweiohrküken" (2009) den Fotografen Moritz.

Seit er im Schillerjahr 2005 in einem ARD-Spielfilm den berühmten Dichter mimte, hat sich Schweighöfer überwiegend "Persönlichkeiten der deutschen Geschichte und Gegenwart vorgeknöpft. Auf Friedrich Schiller folgte Rainer Langhans, der "Das wilde Leben" (2007) in der Kommune 1 genoss. Dann stieg er als "Der rote Baron" Manfred von Richthofen in die Lüfte auf, wirkte als Leutnant Herber in der US-Produktion "Operation Walküre" mit und spielte den jungen Marcel Reich-Ranicki.

Schweighöfer ist seit 2004 mit der Regieassistentin Anni Schramm liiert. Seit 2009 sind sie Eltern einer Tochter.