Klimawandel im Hausgarten - "Mut zum Gärtnern"

Höhere Temperaturen, neue Schädlinge und seltene, aber heftige Niederschläge - diesen Problemen müssen sich Hobbygärtner in Zukunft stellen, so Christine Weidenweber, Herausgeberin des Ratgebers "Klimawandel - Nutzen und Risiko für den Hausgarten", anlässlich der Präsentation des Buches. Angesichts dieser Veränderungen im heimischen Garten solle man "Mut zum Gärtnern in ungewissen Zeiten" zeigen.

"Fakt ist, dass sich das Klima erwärmt. Global steigen die Temperaturen, regional gibt es aber große Unterschiede", sagte Josef Eitzinger, Agrarmeteorologe an der Universität für Bodenkultur Wien. Die Veränderungen beeinflussen Flora und Fauna: Heimische Bäume wachsen auch in höher gelegenen Gebieten und Sorten, die im Süden heimisch waren, wandern nach Norden. Neben Feigen- und Bananenbäumen wachsen vielleicht bald auch exotische Gemüsesorten im Vorgarten.

Durch die steigenden Temperaturen werde die Saison länger, wodurch auch mediterrane Obst- und Gemüsesorten in österreichischen Gärten reifen können, erklärte Wolfgang Palme, Leiter der Abteilung Gemüsebau an der HBLFA für Gartenbau. Weil auch die Winter milder werden, können gewisse Pflanzen, zum Beispiel Asia-Salate, das ganze Jahr über geerntet werden.

Höhere Temperatur bringt höhere Verdunstung mit sich. Deshalb gilt es, sparsam mit Wasser umzugehen. Seltenes, dafür aber starkes Bewässern ist besser als häufig wenig zu gießen. Beete halten länger feucht, wenn man Mulch darauf verteilt. Auch auf neue Schädlinge müsse man sich einstellen. Am besten sei es wohl, sich mit Nützlingen oder Mischkulturen gegen diese zu schützen, so Palme. Man versucht zwar, resistente Sorten zu züchten, allerdings ist "dies ein ständiger Wettlauf".

Allgemeinrezept für den Hausgarten in Zeiten des Klimawandel gibt es jedoch keines. "Rückschläge sind nicht ausgeschlossen, weil es keine einfache, plakative Lösung gibt", so Palme. In jedem Garten ist das Mikroklima anders, manches wächst, manches nicht.