Krebs: Manche Tumoren tarnen sich als Lymphknoten

Die Forscher um Melody Swartz untersuchten ein bestimmtes Eiweiß in Mäusen mit schwarzem Hautkrebs, wie die ETH Lausanne mitteilte. Sie fanden heraus, dass einige Tumore dieses Eiweiß freisetzen können und damit ihre äußere Hülle in ein Gewebe verwandeln, das einem Lymphknoten ähnelt.

Wie die Wissenschafter im Fachmagazin "Science" berichten, lockt diese Tumorhülle dann einen bestimmten Typ von Abwehrzellen des Körpers, sogenannte T-Zellen, herbei. T-Zellen sind eigentlich darauf spezialisiert, fremde Substanzen oder Erreger aufzuspüren und abzutöten.

"Der Tumor täuscht dem Körper vor, er sei gesundes Gewebe"

Der Tumor programmiert die T-Zellen nun aber so um, dass sie in ihm nicht mehr einen Feind, sondern einen Freund sehen. "Der Tumor täuscht dem Körper vor, er sei gesundes Gewebe", wird Swartz in der Mitteilung zitiert. Der Krebs bleibt so unentdeckt und kann sich unbehelligt vergrößern.

Gemäß den Forschern sind die meisten Tumore darauf angewiesen, dem Immunsystem zu entkommen, wenn sie wachsen wollen. Der neu entdeckte Mechanismus sei deshalb ein wichtiger Schritt hin zu zukünftigen Krebstherapien im Allgemeinen. Aufgrund der Resultate könnten vielleicht neue Ziele für Immuntherapien gefunden werden.

Die Studie unterstreicht auch die Rolle der Lymphe bei Tumoren. In den Lymphknoten reifen Abwehrzellen, aber es ist schon länger bekannt, dass sie auch in die Tumor-Ausbreitung verwickelt sind. Dass Krebsgeschwüre aber Lymphgewebe imitierten, um die Immunabwehr des Körpers zu manipulieren, sei eine neue Dimension, sagte Jacqueline Shields, die Erstautorin der Studie.

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