In den meisten Fällen nur noch eine Impfung nötig

12.600 Neuerkrankungen

Grippewelle stärker als letztes Jahr

Influenza-Impfstoff ist in diesem Jahr besser an die Viren angepasst.

Derzeit grassiert in ganz Europa die Influenza. Mit rund 12.600 Neuerkrankungen an Influenza oder grippalen Infekten erreichte die saisonale Grippewelle in der Bundeshauptstadt Wien laut Gesundheitsamt (MA 15) vergangene Woche einen neuen Höchststand. Das Europäische Zentrum für Krankheitskontrolle (ECDC; Solna in Schweden) hat jetzt eine erste Analyse der saisonalen Influenza-Welle 2012/13 publiziert. Fazit: Die Epidemie dürfte etwas stärker als vergangenes Jahr ausfallen. Der Impfstoff ist in diesem Jahr besser an die Viren angepasst, aber auch nicht perfekt.

Influenza-Epidemie

"Die saisonale Influenza-Epidemie 2012/13 begann in Westeuropa und Skandinavien früher als 2011/12. Es war damals eine besonders späte und milde Influenza-Saison. Der Südwesten Europas (Spanien, Portugal) ist bisher weniger stark betroffen", schrieben die ECDC-Experten.

Aus den Daten von Spitalspatienten mit Virusgrippe in Belgien, Frankreich, Irland Rumänien, Slowakei, Spanien, Schweden und Großbritannien ließ sich Häufigkeit der Infektionen durch die einzelnen Influenza-Stämme bestimmen: 54 Prozent der Erkrankungen waren auf Influenza A-Viren zurückzuführen, der Rest auf Influenza B-Viren. Am meisten grassieren offenbar in dieser Influenza-Saison unter den Influenza A-Viren die A(H1N1)-Erreger als "Überbleibsel" der "Schweinegrippe"-Pandemie von 2009/10 (56 Prozent). Den Rest der Influenza A-Fälle verursachen offenbar A(H3N2)-Viren. In der vorangegangenen Saison war hingegen das Schweinegrippe-Virus weitgehend von A(H3N2) verdrängt worden. Auch außerhalb von Spitälern zeigte sich bisher ein ähnliches Bild: etwa je zur Hälfte Influenza A- bzw. Influenza B-Infektionen.

Höhere Schutzrate
Der Impfstoff wurde für 2012/13 im Vergleich zum Vorjahr verändert und passt offenbar besser zu den grassierenden A(H3N2)-Erregern als vergangenes Jahr. Das sollte zu einer höheren Schutzrate führen, schrieben die ECDC-Fachleute am Donnerstag. Es besteht trotzdem ein Problem: Bei der Influenza B sind zwar in dieser Grippesaison Viren vom Stamm "Yamagata" am häufigsten "im Umlauf", doch es gibt auch zu einem geringeren Prozentsatz Infektionen mit dem Stamm "Victoria". Den deckt aber die Vakzine nicht ab.

Trotzdem liegt die Effektivität der diesjährigen Influenza-Vakzine laut US-Daten bei um 60 Prozent. In Frankreich war beispielsweise keiner von 24 wegen ihrer Erkrankung in die Intensivstationen aufgenommenen Patienten geimpft.

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