Für Menschen über 50 ist Impfen wichtig

Influenza, Pneumokokken

Für Menschen über 50 ist Impfen wichtig

Zwei Bevölkerungsgruppen profitieren von Impfungen besonders: Kleinkinder und Personen über 50. Letztere stecken sich zum Beispiel mit Infuenza, Pneumokokken oder Keuchhustenerregern am ehesten beim Kontakt mit Kindern an. Das sollte umso mehr Menschen ab dem mittleren Lebensalter dazu bringen, sich immunisieren zu lassen, hieß es am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Nicht nur eigener Schutz

"Impfen ist eine der wichtigsten prophylaktischen Maßnahmen, um Krankheiten zu verhindern. Impfungen dienen nicht nur dem eigenen Schutz, man verhindert damit auch die Übertragung von Krankheiten", sagte Thomas Szekeres, Präsident der Wiener Ärztekammer.

Impf-Empfehlungen

Der Österreichische Impfplan empfiehlt für Personen ab 50 folgende Immunisierungen bzw. die regelmäßige Auffrischung: Tetanus, Diphtherie, Polio, Pertussis (Keuchhusten), Influenza (jährlich), Pneumokokken (konjugierter 13-valenter Impfstoff), Herpes zoster und FSME (ab 60 alle drei Jahre aufzufrischen).

Lungenspezialist Wolfgang Popp (Geriatriezentrum Wienerwald) betonte vor allem die Bedeutung des Schutzes vor Influenza und schweren Pneumokokken-Erkrankungen (Pneumonien): "Von 24.000 Menschen mit einer grippeähnlichen Erkrankung stirbt einer an einer Pneumonie, hundert bekommen eine solche Lungenentzündung, 20 bis 30 Prozent müssen im Spital aufgenommen werden. Die Influenza ist der Wegbereiter der bakteriellen Pneumonie."

Grippeimpfung

Allein die Influenza-Impfung reduziert die Mortalität durch um 60 Prozent, verringert die Pneumonie- und Hospitalisierungsrate um jeweils rund 50 Prozent, so Popp. Dieser Vorteil sollte auf jeden Fall genutzt werden. Rudolf Schmitzberger, Impfreferent für niedergelassene Ärzte in der Ärztekammer für Wien: "Allein das Alter per se ist schon ein Risikofaktor. Ab 50 wird das Immunsystem vergesslich." Da müsste besonders auf den Impfschutz geachtet werden.

In Österreich erkranken jährlich rund 300.000 bis 400.000 Menschen an der Virusgrippe. Das macht ein bis zwei Millionen Krankenstandtage. Sieben Millionen Österreich weisen jährlich keinen Impfschutz gegen die Influenza auf. Die Pneumokokken-Pneumonien - bei Kindern und Erwachsenen sehr gut durch die Immunisierung zu verhindern - fordern jährlich weltweit rund zwei Millionen Todesopfer.

Österreich - das ergab vor kurzem auch eine Studie der Wiener Sozialmedizinerin Ursula Kunze - schneidet gerade bei der Influenza-Impfung immer schlechter ab. 2005/2006 wurden beispielsweise 1,137 Millionen Dosen der Vakzine ausgeliefert, 2006/2007 dann 1,174 Millionen. In der Saison 2010/2011 wurden nur noch 700.000 Dosen ausgeliefert, 2011/2012 waren es 680.000 und 2012/2013 wurden schließlich nur noch 621.000 Dosen Influenza-Impfstoff verimpft. Weniger als zehn Prozent der Menschen lassen sich jedes Jahr vor der Influenza schützen.
 

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