"Netzwerk Lebensbeginn" tagt in Salzburg

Die Tagung des Netzwerks Lebensbeginn dauert bis einschließlich Samstag und widmet sich den drei Themenschwerpunkten der pränatalen Betreuung, dem sicheren Netz bei der Geburt und der Unterstützung im ersten Lebensjahr. Rund 350 Personen haben sich zur Tagung angemeldet.

Ziel des Netzwerks ist es, den Blick für die Bedeutung der Zeit der Schwangerschaft, der Geburt und des ersten Lebensjahres auf das spätere Leben zu schärfen und neben der medizinischen auch eine bessere psychosoziale Versorgung von Schwangeren, jungen Eltern und Kindern zu erreichen. Zu den Forderungen gehört beispielsweise ein flächendeckender Ausbau von Unterstützungsangeboten - wie beispielsweise Babyschrei-Ambulanzen. Außerdem brauche es mehr Forschung in diesem Bereich sowie einen Lehrstuhl für pränatale Psychologie, sagte Peter Braun vom Bildungszentrum St. Virgil bei einem Pressegespräch.

"Es gibt eine massenhafte Verunsicherung von jungen Eltern", beobachtet der deutsche Psychologe Thomas Harms, Gründer der ersten Schreibaby-Ambulanzen. Das führe sowohl bei Kindern als auch Eltern zu enormem Stress und Überforderung. Der Grund für die Verunsicherung: "Die klassischen Rollenvorbilder sind abhandengekommen. Es existiert eine große Orientierungslosigkeit im Umgang mit unseren Kindern."

Es brauche deshalb mehr Angebote, die Eltern bei ihrer Suche unterstützen. "Sie benötigen einfaches, praktikables Bindungswissen", meinte Harms. Das Problem der Verunsicherung ziehe sich durch alle Schichten - egal ob Arbeiter oder Akademiker - und drücke sich einerseits in einer mangelnden Forderung der Kinder sowie andererseits in einem enormen Perfektionsanspruch bei der optimalen Förderung der Kinder aus. "Nur weil ich tausend Ratgeber lese, habe ich noch keine Garantie, dass die emotionale Bindung zu meinem Kind gelingt", meinte Harms.

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