Weißes Gold im Dresdner Zwinger

Leder, Seide, Lack, Gold, Kristall: Für die neue Präsentation der chinesischen und japanischen Porzellane des sächsischen Kurfürsten August der Starke (1670-1733) im Dresdner Zwinger wurden nur die edelsten Materialien verwendet. "Das waren schon die Luxusprodukte des 18. Jahrhunderts, die Fürstenhöfe zum Glänzen brachten", sagte der Direktor der Porzellansammlung, Ulrich Pietsch.

Für die weltweit einzigartige Sammlung hat der New Yorker Architekt und Designer Peter Marino drei Räume prunkvoll ausgestattet. Die sechsmonatige Rekonstruktion der Dauerausstellung kostete 2,4 Millionen Euro. Die Schau ist ab 1. April geöffnet.

Ensembles aus Tellern, Gefäßen und Vasen sowie teils lebensgroße Vogel- und Tierplastiken sind nun in barocker Opulenz zu erleben: Die Porzellane aus China und Japan stehen in der südlichen Bogengalerie auf vergoldeten barocken statt bisher postmodernen Konsolen. Das türkisfarbene Porzellan vor purpurvioletter Wand in der Langgalerie bildet ein ebenso prunkvolles Arrangement. Die beeindruckendste Verwandlung aber vollzog sich im bisher nüchternen Tiersaal: Dort wurden die Wände mit bemalten und geprägten Ledertapeten veredelt, die nach Vorbildern des 18. Jahrhunderts im Pariser Atelier Meriguet hergestellt wurden, das schon für den französischen König Louis XIV. arbeitete.