'Ich sollte in Therapie gehen'

Hollywoodstar im Interview

'Ich sollte in Therapie gehen'

Keira Knightley bezeichnet sich als besessen, mag sich selbst nicht sehen und ist ständig auf der Suche. Der Talk.

Sie mimt die verführerische Traumfrau für Chanel, genauso wie eine ausgemergelte Organspenderin auf der Leinwand (das Drama Alles, was wir geben mussten startet am 6. Mai in Österreichs Kinos) oder eine lesbische Lehrerin in The Children’s Hour im Theater. Keira Knightley (26) gehört derzeit zu den wandelbarsten und gefragtesten Darstellerinnen.

Diashow: Keira Knightley

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Verliebt
Auch privat scheint die Britin wieder obenauf zu sein. Nachdem sie sich im ­Dezember letzten Jahres nach vier Jahren von Schauspielkollegen Rupert Friend trennte, wurde sie zuletzt glücklich verliebt mit dem britischen Musiker James Righton (27) gesichtet. Im Talk spricht Knightley über Karriere und Beziehungen und verrät, warum sie sich nicht auf der Leinwand erträgt.

Einmal stehen Sie für Chanel als Model vor der Kamera, dann spielen Sie wieder eine Organspenderin, die einen ganzen Film lang krank aussehen muss. Was gefällt Ihnen besser?
Keira Knightley:
Auf der Leinwand sehe ich beschissen aus! Da musste ich alle Eitelkeiten über Bord werfen. Das hat mir gut getan. Damit ich besonders elend aussehe, hat man mich grün geschminkt.

Sind Sie sehr eitel?
Knightley:
Welche Frau ist nicht eitel? Privat darf ich das auch sein. Am Set hingegen sind Eitelkeiten tödlich, ich soll ja das Innere meiner Figur optimal präsentieren.

Sehen Sie sich Ihre Film an?
Knightley:
Ich ertrage mich auf der Leinwand nicht. Ich will nicht wissen, wie ich wirke, wenn ich zum Beispiel auf alt geschminkt bin. Ich sehe mir Fotos und Filme von mir nur selten an.

Bei den vielen Chanel-Plakaten, die weltweit zu sehen sind, ist das sicher schwierig …
Knightley:
Da bin ja nicht ich auf den Fotos. Für jede Produktion der Werbekampagne erfinde ich eine Rolle, ich denke mir sogar Lebensgeschichten zu diesen Frauen aus. Meine ganz persönliche Chanel-Fantasie! Ich selbst bin ganz anders. Wenn ich mich irgendwo im Spiegel sehe, denke ich immer: Wer ist diese Person?

Sie gelten als Perfektionistin. Waren Sie immer so ehrgeizig?
Knightley:
Ja, bereits in der Schule. Ich war klein, hatte kurze Haare, eine dicke Brille, saß in der ersten Reihe und habe mich ständig gemeldet. Ich habe so eine manisch obsessive Ader. Vielleicht sollte ich mal über eine Therapie nachdenken (lacht). Aber ich kenne es eben nicht anders. Mit sieben stand ich zum ersten Mal vor der Kamera. Meine Eltern sind beide Schauspieler. Ich bin also mit anderen Besessenen aufgewachsen. Deswegen kommt es mir nicht absonderlich vor. Im Moment mache ich eigentlich nichts anderes als früher. Nur öfter und in größerem Stil. Und ich weiß, irgendwann bin ich wieder weg vom Fenster. Deswegen gebe ich jetzt alles, bis es vorbei ist.

Wie schwierig ist es da, eine Beziehung zu führen?
Knightley:
Es ist schwer, eine Beziehung zu haben, während ich so viel arbeite. Aber man muss denken: Was ist wichtig im Leben? Ist die Karriere das Einzige in deinem Leben? Das wäre traurig, denn es wird ein Tag kommen, an dem du ganz einsam sein wirst. Man muss die Balance suchen. Es ist das Suchen, das zählt.