Die große MADONNA-Umfrage: Kind & Karriere

Working Mum Spezial

Die große MADONNA-Umfrage: Kind & Karriere

Dass sie in wenigen Wochen Kind Nummer drei erwartet, lässt Jennifer Garner bei der Premiere ihres neuen Films Butter nur noch mehr strahlen. Denn ein ungeschriebenes Hollywood-Gesetz lautet: Je größer der Babybauch, desto größer die Publicity, je mehr süße Kids, desto mehr Blitzlichtgewitter. Der Traum vom „Karrierekick Kind“ lässt sich meist jedoch nur in der Traumfabrik leben. Hierzulande ist die Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Karriere eine existenzielle. Wie viel Kind kann und darf sich eine ambitionierte Karrierefrau leisten? Welche Abstriche muss man für den Traum von der Großfamilie hinnehmen? Wie viel Karenzzeit soll man sich nehmen? Und: Mit wie viel Unterstützung darf frau – vom (Ehe-)Partner und vom Arbeitgeber – nach der Geburt rechnen?  

Österreichs Frauen sprechen Klartext! MADONNA startete vor wenigen Wochen die große „Kind & Karriere Online-Umfrage“ (in Kooperation mit euroSEARCH und Frau in der Wirtschaft), um herauszufinden, was Österreichs Mütter über die Doppelbelastung, Karenz und Kinderbetreuung denken und in welchen Bereichen unser System (sprich Kinderbetreuungs-Einrichtungen, Ganzstagsschulen etc.) Defizite aufweist.

Ja, wir wollen Familie und Karriere! Die Teilnahme war überwältigend. Über 2.000 MADONNA-Leserinnen, die Mehrheit zwischen 31 und 40 Jahre alt, beantworteten die wichtigsten Fragen rund um Kind, Familie und Beruf. Und die Mehrheit war sich bei einer der Schlüsselfragen einig: Österreichs Frauen wollen Familie und eine Karriere. Sie sind sich sicher, dass sich beides vereinbaren lässt. 48 Prozent antworten auf die Frage, ob Frauen mit Kindern in Bezug auf eine eigenen Karriere benachteiligt wären, mit einem klaren „Nein“. Lediglich acht Prozent kreuzten ein „Ja“ an. Der Wermutstropfen: Ein Großteil der berufstätigen Mütter (46,67 Prozent) hat ein schlechtes Gewissen der Familie gegenüber, wenn sie (zu viel) Zeit am Arbeitsplatz verbringt. Nur 13 Prozent konnten die Frage mit „Ich habe selten ein schlechtes Gewissen“ beantworten.

Schwieriger Spagat
Diese Ergebnisse mögen auch daraus resultieren, dass ein Großteil der Österreicherinnen mit den Kinderbetreuungsangeboten unzufrieden ist. 44 Prozent gaben an, dass eine Ganztagsbetreuung ihrer Kinder eine unerlässliche Hilfe für die Berufstätigkeit sei. Doch gerade für die Kleinsten ist es besonders schwierig, geeignete Betreuungsplätze zu finden. Die Mehrheit (33,33 Prozent) gab an, dass die angebotene Betreuung bis zum Kindergartenalter mangelhaft sei. 13,33 Prozent sagten gar „katastrophal“. Ein wenig besser schneidet das Kindergartenangebot ab. Trotzdem wünschen sich 12,82 Prozent einen Firmenkindergarten, 23,93 Prozent würden gerne gelegentlich von zu Hause aus arbeiten. „Wenn wir Frauen das Gefühl haben, dass es unseren Kindern gut geht, dann können wir auch im Betrieb erfolgreich sein“, bringt es Adelheid Fürntrath-Moretti, Bundesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft, auf den Punkt.

Die Forderung
Österreichs Frauen wollen und können Kind und Karriere unter einen Hut bringen. Aber sie fordern ein besseres Betreuungssystem. Das haben sie im Rahmen der großen MADONNA-Umfrage verdeutlicht. „Die kräfteraubenden Mehrfachbelastungen zwischen Betrieb, Kinderbetreuung und Haushaltsführung“, so Fürntrath-Moretti, „stellt unser Organisationsgeschick tagtäglich auf die Probe. Es ist daher höchste Zeit, den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen zu forcieren, damit der Spagat zwischen Familie und Beruf einfacher gemeistert werden kann. Wir Frauen haben uns das verdient!“


Alle Umfrageergebnisse im Überblick lesen Sie in Ihrer aktuellen MADONNA.

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