Golden Globes an Haneke und Waltz

Jubel!

Golden Globes an Haneke und Waltz

Regisseur Michael Haneke gewann mit "Das weiße Band" den Preis für den besten nicht-englischsprachigen Film. Christoph Waltz wurde für seine Rolle in "Inglourious Basterds" als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. Gewinner des Abends war "Avatar" mit zwei Preisen ("Bester Film", "Beste Regie").

Große Freude herrschte in der Nacht bei Haneke und Waltz. "Ich war am Anfang recht nervös, aber jetzt freue ich mich sehr", sagte Haneke dem ORF in Los Angeles unmittelbar nach der Gala. Und Waltz, nach der Ehrung sichtlich bewegt, meinte: "Ich kann das nicht analysieren, denn wäre ich ein analytischer Mensch, hätte ich einen anderen Beruf." Haneke strich den Erfolgslauf für Österreich deutlich hervor: "Ich hoffe, dass sich das jetzt in den Köpfen festsetzt. Für die Größe dieses Landes ist das ein enormer Erfolg." Das sah auch die Politprominenz von Bundeskanzler Faymann abwärts so, die am Montag nicht nur gratulierte. Kulturministerin Schmied versprach auch eine Umsetzung des versprochenen neuen Filmfördermodells.

Haneke bekam seine Auszeichnung von der italienischen Filmdiva Sophia Loren überreicht. Er bedankte sich bei allen Beteiligten der deutsch-österreichisch-französisch-italienischen Koproduktion - vor allem bei der "fantastischen Crew und den Kinderschauspielern". Diese seien "die Seele des Films" gewesen. Hanekes düsteres Schwarz-Weiß-Epos hatte bereits in Cannes die Goldene Palme und kürzlich auch drei Europäische Filmpreise gewonnen.

Schon als Halle Berry Christoph Waltz als Kandidaten für den Preis als bester Nebendarsteller aufrief, brandete großer Jubel im Auditorium auf. Und wenig später hielt der österreichische Schauspieler für sein Rolle als schaurig-charmanter SS-Mann Hans Landa in Quentin Tarantinos Kriegsgroteske "Inglourious Basterds" die Auszeichnung der Hollywood-Auslandspresse auch in Händen. Waltz bedankte sich überschwänglich für die Goldstatuette und bei Tarantino, der einen "Urknall eines Films" geschaffen habe. Der 53-jährige in London lebende Wiener setzte sich u.a. gegen US-Größen wie Matt Damon und Woody Harrelson durch. Nun gilt auch eine Oscar-Nominierung für Waltz als sehr wahrscheinlich.

Als bester Film in der Sparte Drama ging der Kassenschlager "Avatar" hervor. Auch Regisseur James Cameron konnte sich - zwölf Jahre nach seinem Globe für "Titanic" - nicht zuletzt gegen seine Ex-Frau Kathryn Bigelow ("The Hurt Locker") durchsetzen. "The Hangover" siegte in der Kategorie "Bester Film - Komödie/Musical". Bester Animationsfilm wurde der Pixar-Streifen "Up". Vergleichsweise enttäuschend verlief der Abend hingegen für den sechsfach nominierten Film "Up In The Air" mit George Clooney, dessen Regisseur Jason Reitman nur für das beste Drehbuch ausgezeichnet wurde. Und das fünffach nominierte und prominent besetzte Musical "Nine" ging überhaupt leer aus.

Als bester Hauptdarsteller in der Kategorie Drama wurde Jeff Bridges ("Crazy Heart") mit Standing Ovations bedacht, in der Sparte Musical/Komödie blieb Robert Downey Jr. als "Sherlock Holmes" erfolgreich. Die Auszeichnungen für die besten Darstellerinnen gingen an Sandra Bullock für "The Blind Side" (Drama) und Meryl Streep für die Verkörperung der Starköchin Julia Child in "Julie & Julia" (Komödie). Erwartungsgemäß wurde auch Mo'Nique für ihre Rolle als tyrannische Mutter in dem Sozialdrama "Precious" als beste Nebendarstellerin geehrt. Den Cecil B. DeMille-Award für das Lebenswerk nahm Martin Scorsese unter langem und lauten Applaus entgegen.

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