Die Promis fehlten am Ball

Opernball 2009

Die Promis fehlten am Ball

Trotz Krise war der Ball gewohnt glamourös. Der einzige Promi- Nicollette Sheridan - suchte kurz nach Mitternacht das Weite.

(c) APA

"Es ist ein großartiges Fest geworden. Alles hat geklappt", freut sich Organisatorin, Desiree Treichl-Stürgkh. ...

Tanz gegen die Krise: Aller gedämpften wirtschaftlichen Stimmung zum Trotz ist am Donnerstagabend der 53. Wiener Opernball gewohnt glamourös und gediegen über die Bühne gegangen. Der Starrummel hielt sich heuer in Grenzen, einzig "Desperate Housewife" Nicollette Sheridan zog das Interesse der Medienvertreter auf sich und versuchte ob dieser Aufmerksamkeit hektisch das Weite zu suchen. Entgegen im Vorfeld kolportierter Ankündigungen über Boykotte oder gar Sabotageakte lief die Eröffnung wie am Schnürchen. Zwischenfälle gab es weder in noch vor der Oper.


Spektakuläre Eröffnung
Die Eröffnung des Balls wurde heuer völlig neu konzipiert - und etwas schwieriger gestaltet. Neo-Choreograph Edgar Kummer ließ die 160 Paare in ihre Tanzeinlage mehrere komplizierte Figuren einflechten und bot den Zuschauern damit einen spektakulären Anblick. Besonders eindrucksvoll: Die "Blume des Lebens", die sich anschließend in den Eröffnungswalzer auflöste und mit tosendem Applaus belohnt wurde - auch Thomas Schäfer-Elmayer zeigte gutes Benehmen und applaudierte angesichts der Darbietung.

Sheridans Auftritt beim Ball ... Sheridan von Fotografen verfolgt
Baumeister Richard Lugners Gast, die US-Schauspielerin Nicollette Sheridan, hatte etwas mit der großen Medienaufmerksamkeit zu Kämpfen: Bereits beim Aussteigen aus dem Auto wurde sie von den heranstürmenden Fotografen geradezu erdrückt. Entsetzt versuchte sie ihren Weg in die Oper zu finden, wobei sie von Bodyguards abgeschirmt wurde.

"My dress, my dress!", stöhnte Sheridan in Angst um ihr beigefarbenes Designerkleid. Zum "Alles Walzer" saß sie dann entspannt in der Lugner-Loge und wippte beschwingt zu den Strauß'schen Klängen. Offenbar hob die Darbietung nachhaltig die Laune der Mimin: Später zeigte sie sich von der humorvollen Seite und forderte ORF-Moderator Alfons Haider zum Abschluss des Interviews zum Tanz auf.

Wenige Wirtschaftsmagnaten
Zahlreiche Wirtschaftsmagnaten zogen es zwar heuer vor, dem prunkvollen Fest fernzubleiben, die Staatsspitze brach der glanzvollen Veranstaltung aber dennoch eine Lanze: Bundespräsident Heinz Fischer zeigte sich von der wirtschaftlichen Bedeutung des Opernballs überzeugt.


"Wir stehen gut genug da, dass wir das nicht wie eine heiße Kartoffel fallen lassen müssen". "Ich glaube, die Menschen, die daran gearbeitet haben, dass dieser Ball erfolgreich ist, haben das verdient." Regierungschef Werner Faymann (S) lobte die Tanzveranstaltung als "internationales Aushängeschild für Österreich" und auch Vizekanzler Josef Pröll (V) bezeichnete den Ball "als Flaggschiff für Österreich".

"Ball nicht in Frage stellen"
Zwei Manager in der Stammgästeschar, Casinos-Chef Karl Stoss und Lotterien-Vorstand Friedrich Stickler, können nachvollziehen, wenn Verantwortliche von Unternehmen mit wirklich großen Schwierigkeiten keine Lust haben aufs Feiern. Alles in der Krise zu sehen oder den Ball infrage zu stellen, hält Stickler aber für "schrecklich", wie er betonte. Stoss dazu: "Man räumt ja auch nicht die Auslagen leer, wenn das Geschäft schlecht geht."

Erste Group-Chef Andreas Treichl sprühte vor Optimismus und zeigte sich zuversichtlich, die Krise ohne Kündigungen durchtauchen zu können.

Fiona fieberte mit ihrem Sohn mit
Privater Natur war der Besuch von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, der Ehefrau Fiona Swarovski begleitete. Sie fieberte mit Sohn Arturo, der als Debütant an dem Ball teilnahm und zeigte sich später sehr zufrieden mit ihrem Spross.

Für die rund 400 Polizisten gab es am Abend des Festes wenig zu tun. Laut Polizei waren keine Demonstranten unterwegs. Man erwartete rund um die Oper eine ruhige Ballnacht. Das Platzverbot wurde noch um 22.30 Uhr aufgehoben.