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Grausamkeit für die Seele

Mobbing: Frau Kopf trifft es auf den Punkt

Kennen Sie schon Frau Kopf? Hinter Frau Kopf verbirgt sich eine junge Berlinerin, die Ihren Gedanken im geschriebenen Wort einfach freien Lauf lässt.

Frau Kopf, eine bemerkenswerte Frau, die sich traut genau das zu schreiben was andere nicht einmal zu sagen vermögen. Wieso die eigene Wohlfühlzone verlassen um sich mit der Realität auseinanderzusetzen? Doch manchmal muss man das einfach tun. Alleine um sich selbst und anderen vor Augen zu halten, was die Menschen sich untereinander eigentlich zumuten. Die Betroffenen, das sind jene, die sich dann gerne erst recht nicht zu Wort melden, weil sie sich schämen, weil sie alles in sich hineinfressen, weil es für sie angenehmer ist so zu tun als wäre gar nichts passiert, damit ja keiner etwas merkt und sie dann innerlich kaputt gehen können.

Hallo, ich bin es.
Frau Kopf alias KopfKultur hat es in einem sehr schönen Text zum Thema Mobbing, den Sie auf Facebook gepostet hat auf den Punkt gebracht: „Hallo, ich bin es. Ich bin die, die man früher hässliche Sau nannte. Ich bin die, die man auf dem Schulhof mit Essenresten bewarf, der man Kaugummi ins Haar klebte, die man bespuckte, mit brennenden Zigaretten bewarf und der man stets das Bein stellte“(Zitat: KopfKultur)

© Facebook/ KopfKultur/Frau Kopf


Mit Ihrer Ehrlichkeit und Offenheit hat es die junge Frau allerdings geschafft die Facebook-Community ein bisschen aufzurütteln und auch andere Betroffene zu bewegen sich zu diesem Thema zu äußern. „Stark, dass du deinen Peinigern nicht mehr böse bist. Auch ich musste damals manches über mich ergehen lassen, aber nie in diesem Ausmaß. Würde ich diesen Menschen heute wieder begegnen, ich würde sie zerstampfen wie Ungeziefer. Die Stärke darüber wegzusehen hätte ich wohl nicht - Daumen hoch dafür“ (Zitat: Lea Fuchs)

Reaktion von Tätern überraschen
Aber nicht nur Betroffene meldeten sich zu Wort. Auch Täter, jene, durch die es erst so weit gekommen ist, dass solche Texte entstehen konnten, schweigen nicht zu diesem Thema.
So schreibt ein Mann, dass er selbst einmal einer dieser Täter war, er nun Gründe aufzählen könnte um sich zu rechtfertigen, diese aber nur armselige und billige Ausreden wären. Er entschuldigt sich von Herzen und gesteht, dass ihm nur die Scham bleibt.
Doch wie wäre es für seine Opfer gelaufen, wenn er diese Einsicht schon früher gehabt hätte?
Lobenswert ist es natürlich, dass er eingesehen hat, dass sein Verhalten anderen Menschen gegenüber nicht korrekt war. Besser spät als nie. Zu hoffen bleibt, dass einige seiner Opfer diese Zeilen lesen und somit deren Frieden finden können. Oftmals ist denn doch leider so, dass viele in schwere Depressionen verfallen. Das kann in den schlimmsten Fällen so weit führen, dass man den Nachrichten entnehmen muss, dass es wieder ein jüngstes Mobbingopfer gibt, das sich das Leben genommen hat.

Verarbeiten und vergeben
Frau Kopf hat Ihre Erfahrungen verarbeitet und für sich abgeschlossen, Sie hat sogar Ihren Peinigern verziehen. Sie selbst schreibt aber, dass sie nicht wüsste wie sie in Ihrer Zeit damit umgegangen wäre, wenn das Internet so viele Angriffsmöglichkeiten wie heute geboten hätte. Und Sie hat Recht. Durch das Internet und die Sozialen Kanäle sind die Menschen viel öffentlicher und angreifbarer geworden. Aber gleichzeitig können Sich einfacher öffentlich zu Wort melden und der Welt zeigen, was sie Ihnen antut. Nur müssen Sie bedenken, dass es dadurch auch Kritik regnen wird.

Medial ist überall!
Shitstorm, Loveletters
, von einem Moment auf den anderen kann die Onlinewelt dein größter Feind oder dein liebster Freund sein, man darf nur nicht aus den Augen verlieren, dass man online immer leichter Mut haben kann, als im realen Leben, wodurch man online ganz schnell ganz viel Positives als auch Negatives erfahren kann. Und wichtig: Die Realität findet sich nur zu einem geringen Teil in der Online-Welt wieder, denn wenn Sie online von einem Peiniger angegriffen werden, sehen Sie diesen meist nicht, kennen Sie diesen nicht, müssen Sie diesem auch nicht antworten, sondern können einfach das Browser-Fenster schließen.