Heilen mit Hausmitteln

Sanfte Hilfe

Heilen mit Hausmitteln

Bei typischen Alltagsbeschwerden, wie Halsschmerzen, Harnwegsinfekten oder Durchfall, greifen viele sofort zu chemischen Medikamenten. Dabei muss das nicht sein. Denn es gibt auch gute Hausmittel, die diese Unpässlichkeiten schnell wieder verschwinden lassen.

Natürliche Helferlein
Was genau sind Hausmittel? Bei Hausmitteln handelt es sich um einfache medizinische Maßnahmen, die oft auf eine sehr lange Tradition zurückgehen und von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden. So wurden manche Heilpflanzen, wie beispielsweise Johanniskraut, schon in der Steinzeit verwendet, um Menschen von ihren Krankheiten zu befreien. Das Spektrum der Anwendungen, die unter dem Begriff Hausmittel rangieren, ist ausgesprochen vielfältig. So mindern zum Beispiel Essigumschläge Schwellungen bei Blutergüssen, Heublumenbäder Schmerzen bei Blasenentzündungen oder ein paar Tropfen Olivenöl Ohrenentzündungen. Allen Hausmitteln gemeinsam ist, dass sie sich ausschließlich natürlicher Methoden und natürlicher Substanzen bedienen: Heilkräuter, Lebensmittel, Wasser, Salz, Heilerde, um eine kleine Auswahl zu nennen.

Chancen und Grenzen
Nicht nur bei akuten Alltagsbeschwerden, sondern auch bei chronischen Krankheiten bieten die altbewährten Mittel und Anwendungen (siehe Kästen) eine sinnvolle Ergänzung zu den Behandlungen der Schulmedizin. Hausmittel erweisen sich zur Selbstbehandlung als geradezu ideal, denn sie sind besonders sanft, nebenwirkungsarm und kostengünstig. Dennoch ist es ratsam, den Hausarzt oder Apotheker zu informieren, bevor Sie mit der Selbstmedikation beginnen. Wichtig: Die Grenzen der Selbstbehandlung sind dort erreicht, wo keine rasche Besserung der Beschwerden eintritt oder die Krankheit einen ernsteren Verlauf zu nehmen droht. Sie sollten deshalb den Krankheitsprozess genau beobachten.

Die besten Rezepte für zu Hause 1/17
Bei Kopfschmerzen
Öl-Einreibung:
Reiben Sie Ihre Schläfen mit etwas Pfefferminzöl (1–2 Tropfen pro Schläfe) ein.

Kälteanwendungen:
Kalte Kompressen oder Eisbeutel, abwechselnd auf Nacken und Stirn aufgelegt, helfen die Schmerzen zu lindern.
 
Bei Halsschmerzen

Topfenwickel:

Bestreichen Sie ein feuchtes Leintuch fingerdick mit Topfen aus dem Kühlschrank. Dieses auf den Hals legen und mit einem Handtuch umwickeln. Einige Stunden einwirken lassen.

Gurgelmischung:

Lösen Sie 1 gestrichenen Teelöffel Kochsalz in einem Glas warmem Wasser auf. Morgens und abends gurgeln.
 Entzündung der Nasen­nebenhöhlen:

Trinkkur:
Lassen Sie 3 Esslöffel geraspelten Kren mit einem 1/2 Liter Wasser und dem Saft einer Zitrone über Nacht ziehen. Nach dem Abseihen trinken Sie dreimal täglich 1 Glas.

Heilerdewickel:
Rühren Sie einen sämigen Brei aus Heilerde (erhältlich in Apotheken) und warmem Wasser. Bestreichen Sie die Mitte eines Stofftaschentuches dick damit. Die freien Ränder darüber schlagen und als Kompresse auf die Nasenwurzel legen.
Bei Ohrenentzündungen

Tropfenkur:
Geben Sie ein paar Tropfen Olivenöl in eine Pipette (aus der Apotheke) und träufeln Sie das Öl ins erkrankte Ohr. Es soll etwas Olivenöl im Ohr bleiben.

Senfmehlwickel:

Verrühren Sie 3 Esslöffel frisches Senfmehl (aus der Apotheke) mit warmem Wasser zu einem dünnen Brei. Diesen auf ein Tuch streichen, das Sie etwa 15 Minuten hinter das entzündete Ohr legen.

Bei Husten

Kräutertee
Mischen Sie 25 g Melissenblätter, 25 g Spitzwegerichblätter, 25 g Himbeerblätter und 25 g Malvenblüten. 1 Esslöffel der Mischung mit 1/4 Liter heißem Wasser übergießen und zugedeckt 15 Min. ziehen lassen. Danach abseihen. Mehrmals täglich eine Tasse des Tees trinken.

Hustenbalsam:
Vermischen Sie 40 g Kampfersalbe aus der Apotheke mit
2 g Eukalyptusöl. Dreimal am Tag eine kleine Menge davon auf Brust und Rücken.
 
Bei Appetitlosigkeit

Kräuterküche:

Würzen Sie Ihre Speisen mit appetitanregenden Kräutern, wie Beifuß, Löwenzahn, Basilikum, Schnittlauch, Petersilie, Kurkuma, Koriander und Kardamom.

Tee:

Übergießen Sie 2–3 frische Ingwerscheiben und 3–4 kleine Stücke einer Zimtstange mit 1/4 Liter siedendem Wasser. Trinken Sie davon 2–3 Tassen am Tag.
 
Bei Bauchschmerzen

Bauchwickel:
Tränken Sie ein Tuch mit lauwarmem Kamillentee. Leicht ausdrücken und auf den Bauch legen. Mit einem trockenen, warmen Tuch umwickeln.

Massage:
Mischen Sie Mandelöl mit ein paar Tropfen Fenchelöl und massieren Sie den Bauch in sanft kreisenden Bewegungen.
Bei Durchfall

Apfelkur:

Frisch geriebener Apfel enthält Pektine, die Giftstoffe und Flüssigkeit binden und ausleiten.

Heidelbeertee:
Übergießen Sie 5 Teelöffel getrocknete Heidelbeeren mit 1/2 Liter Wasser und bringen Sie die Flüssigkeit vorsichtig zum Sieden. Lassen Sie den Beerensud 10 Min. köcheln, seihen Sie ihn ab und trinken Sie täglich 2–3 Tassen.

Bei Reisekrankheit

Ingwer:
Kauen Sie länger auf einer Ingwerwurzel. Sie wirkt gegen Übelkeit und Verdauungsstörungen aller Art.

Aromaöle:
Ein Riechfläschchen mit Pfefferminz-, Basilikum- oder Lemongrasöl lindert Übelkeit.
 
Bei Harnwegsinfekten:

Heublumenbad:

Lindert die Beschwerden: 400 g Heublumen in 5 Liter Wasser 15 Min. lang auskochen, dann abseihen. Den Extrakt in ein Vollbad von ca. 38°C gießen und 15 Min. darin baden. Danach ins Bett gehen.

Brunnenkresse:

Brunnenkresse enthält harntreibende und blutreinigende Inhaltsstoffe. Verzehren Sie diese am besten mit frischen Blattsalaten.
Bei Blutergüssen

Johanniskrautöl:
Reiben Sie die betroffene Stelle mehrmals täglich mit dem Öl aus der Apotheke ein.
Essigumschlag:
Mischen 100 Milliliter kaltes Wasser und 50 Milliliter Obstessig. Ein Tuch in der Mischung tränken und auf das Hämatom legen.
 
Bei Insektenstichen

Kältekompressen:
Wirkt abschwellend: Geben Sie zerstoßene Eiswürfel in einen Waschlappen. Möglichst gleich nach dem Stich auf die betroffene Stelle geben und etwa

Zwiebel-Apfel-Auflage:
Lindert den Schmerz: Schneiden Sie von einer rohen Zwiebel und einem rohen Apfel ein paar Scheiben ab und legen Sie sie auf die Stichstelle.
Bei Sonnenbrand

Topfen-Milch-Wickel:

Streichen Sie Topfen aus dem Kühlschrank, mit etwas Buttermilch vermischt, auf ein Leintuch und legen Sie es auf die geröteten Stellen. Diese Anwendung zweimal täglich für jeweils 15 bis 20 Min. durchführen.

Labkraut-Kompresse:

Übergießen Sie 2 Teelöffel des Krauts mit 1/4 Liter siedendem Wasser. Erkalten lassen und abseihen. Die Tee-Zubereitung können Sie abgekühlt auf ein weiches Tuch geben und auf die betroffenen Stellen legen. 
 Bei Prellungen

Beinwell-Auflage:

Mischen Sie eine kleine Handvoll gemahlene Beinwellwurzeln mit einer Tasse Wasser, sodass sich ein zähflüssiger Brei ergibt. Bestreichen Sie ein kleines Baumwolltuch mit dem Brei und legen Sie das Tuch auf die schmerzende Körperstelle. Auflage 15–20 Min. einwirken lassen.

Teebaumölumschlag:
Lindert die Schmerzen und die Schwellung: Ein Tuch mit kaltem Wasser tränken und ein paar Tropfen des Öls darauf geben. Etwa 20 Min. lang auf die betroffene Stelle legen.
Bei Rückenschmerzen

Aromamassagen:

Lassen Sie Ihren Rücken mit Lavendel-, Rosmarin- oder Ingweröl massieren. Diese Öle entspannen und wirken durchblutungsfördernd.

Wärmeanwendungen:
Fangopackungen und Moorbäder (beides ist in Apotheken erhältlich) helfen bei chronischen Beschwerden.
 
 Bei Fieber

Lindenblütentee:
Mischen Sie je 20 g Thymian, Kamillen- und Lindenblütentee in einer Dose. 2 Teelöffel der Kräutermischung mit 1 Tasse heißem Wasser übergießen. Einige Minuten ziehen lassen, abseihen, abkühlen lassen. Trinken Sie mehrmals täglich eine Tasse.


Essigstrümpfe:
Mischen Sie 1 Teil Apfelessig mit 5 Teilen Wasser. Ein paar Baumwollkniestrümpfe hineintauchen, auswringen und bis über die Waden anziehen. Drüber ein paar trockene Tücher oder Socken ziehen und etwa 1 Stunde anlassen.
 
Bei Infekt­anfälligkeit

Zitronensaft-Kur:
Pressen Sie jeden Tag 2 bis 3 Zitronen aus biologischem Anbau aus und trinken Sie den Saft mit etwas Honig vermischt. Führen Sie diese Trinkkur über mindestens 3 bis 4 Wochen fort.

Schwarzkümmelöl:
Das Öl enthält wertvolle Fettsäuren, welche die Bildung wichtiger Immunstoffe unterstützen. Schwarzkümmelöl-Präparate sind in Apotheken erhältlich.







 

 

 

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